NSA-Skandal : Alternativer Nobelpreis geht an Edward Snowden

Er hatte Dokumente des Geheimdienstes NSA an die Öffentlichkeit gebracht und so den größten Überwachungsskandal der Geschichte angestoßen. Dafür erhielt Edward Snowden in diesem Jahr den Alternativen Nobelpreis.

Edward Snowden bei einer Video-Übertragung im Juni 2014.
Edward Snowden bei einer Video-Übertragung im Juni 2014.Foto: AFP

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wird mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das gab die Right Livelihood Award Stiftung am Mittwoch in Stockholm bekannt. Snowden erhält zusammen mit dem britischen Journalisten Alan Rusbridger den undotierten Ehrenpreis, sie hatten durch die Veröffentlichungen geheimer Informationen den NSA-Skandal mitangestoßen. Die Stiftung teilte mit, sie habe die Absicht, juristische Kosten für Edward Snowden zu übernehmen.

Snowden werde geehrt, "weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt", erklärte die Stiftung. Der "Guardian"-Journalist Rusbridger erhalte den Preis "für den Aufbau einer globalen Medienorganisation, die sich verantwortlichem Journalismus im öffentlichen Interesse verschrieben hat und gegen große Widerstände illegales Handeln von Unternehmen und Staaten enthüllt".

Es gibt darüber hinaus drei Preisträger, die mit Preisgeldern honoriert werden: Das Preisgeld in Höhe von 1,5 Millionen Schwedischen Kronen (rund 162.000 Euro) wird zwischen den drei Preisträgern aufgeteilt.

Der Right Livelihood Award ist auch als Alternativer Nobelpreis bekannt

Asma Jahangir werde geehrt, "weil sie die Menschenrechte in Pakistan und darüber hinaus verteidigt, schützt und stärkt - oft in sehr schwierigen und komplexen Situationen und unter großem persönlichen Risiko", erklärte die Stiftung. Es ist das erste Mal, dass ein Right Livelihood Award nach Pakistan geht.

Außerdem ehrt die Jury Basil Fernando von der Asian Human Rights Commission in Hongkong "für seine unermüdliche und herausragende Arbeit für die Umsetzung der Menschenrechte in Asien und deren Dokumentation". Bill McKibben aus den USA erhält den Preis "für die erfolgreiche Mobilisierung einer wachsenden zivilgesellschaftlichen Bewegung für weitreichende Maßnahmen gegen den Klimawandel in den Vereinigten Staaten und weltweit".

Der als Alternativer Nobelpreis bekannte Right Livelihood Award belohnt den Einsatz für Menschenrechte, Pressefreiheit, bürgerliche Freiheiten und den Kampf gegen den Klimawandel. Im vergangenen Jahr erhielt unter anderen der US-Aktivist Paul Walker, der sich gegen Chemiewaffen einsetzt, die Auszeichnung. (AFP)

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