Paarungsverhalten : Wenn Frauen auf die Balz gehen

Eine Bremer Forscherin untersucht das "Beuteverhalten" des weiblichen Geschlechts. "Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert", sagt sie. Feministinnen sind empört.

Janet Binde[ddp]
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Disco als Balzplatz -Foto: ddp

BremenAuf Vorträgen wird Ingelore Ebberfeld regelmäßig von Frauen attackiert. Was die Bremer Kulturwissenschaftlerin zu sagen hat, gefällt Feministinnen nicht. Ihre These lautet: Frauen tun alles, um von Männern beachtet zu werden. Sie lieben es, wenn Männer ihre Körper begehren und zwängen sich dafür in unbequeme Kleidung oder legen sich unters Messer. "Um Männern zu gefallen, sind Frauen bereit, bis zur Schmerzgrenze zu gehen und darüber hinaus", sagt Ebberfeld. Die Forscherin hat in der Vergangenheit bereits publikumswirksam die Geschichte des Kusses untersucht und warum sich manche Menschen besonders gut riechen können. Ihre neuestes Buch "Blondinen bevorzugt" widmet sich dem Balzverhalten der Frau.

Auf die Idee dazu kam sie, als sie zusammen mit ihrem Mann eine Party besuchte. "Er fragte mich: Wieso quälen sich Frauen eigentlich so mit hohen Schuhen ab?", erinnert sich Ebberfeld. "Der Preis muss groß genug sein, das zu ertragen." Auf der Suche nach der Antwort befragte die 55-Jährige 200 Frauen und Männer. Dabei fand sie heraus, dass die Behauptung vieler Frauen, sie machten sich nur für sich selbst schön, nicht zu halten sei. "Wenn eine Frau alleine ein Wochenende zu Hause verbringt und sich trotzdem aufbrezelt, dann glaube ich ihr die Aussage", sagt Ebberfeld. "Generell würde ich sagen, es stimmt nicht."

Auch über 80-Jährige setzen sich noch Torturen aus

Vielmehr geht es darum, beim anderen Geschlecht eine gute Figur zu machen. Gerade wenn junge Frauen auf die Balz gehen - "und nichts anderes ist es, wenn sie in die Disco gehen" - setzen sie ihre "Sahnestücke" Busen, Beine und Po in Szene. Untersuchungen belegen, dass sie besonders viel Haut zeigen, wenn sie ihren Eisprung haben. "Denn eine Frau mit extrem weiblichen Merkmalen lässt bei einem geschlechtsreifen Mann keinen Zweifel an ihrer Fortpflanzungsfähigkeit aufkommen", heißt es im Buch. Dies geschehe natürlich nur unterbewusst. Auch verheiratete Frauen und selbst über 80-Jährige setzen sich mitunter Torturen aus, um gut auszusehen.

"Und das ganz sicher nicht, weil Männer das von ihnen verlangen", sagt Ebberfeld. Generationen von Chinesinnen brachen ihren eigenen Töchtern die Füße, Mütter lassen ihre Mädchen beschneiden, auch wenn sie sich anders entscheiden könnten. "Wenn Männer sie dazu zwingen, warum lehnen sie sich nicht auf?", fragt die Autorin. Den Frauen gehe es in erster Linie darum, sich von Männern zu unterscheiden. Frauen hungern sich auch keinesfalls schlank, weil Männer sie dazu zwingen. Vielmehr eifern Frauen dabei Vorbildern wie Heidi Klum nach. Das Unterbewusstsein denkt: "Mit diesem Rüstzeug ausgestattet kann man alles haben, auch jeden Mann", heißt es im Buch. Und weiter: "Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert."

Der Po wird inszeniert

Um auf die Frage von Ebberfelds Ehemann zurückzukommen: Ein hoher Schuh verändert die Körpersilhouette. Die Beine erhalten eine andere Form, der Busen steht höher, der Po wird inszeniert. "Eine Frau auf Highheels ist hochgradig erotisch", betont Ebberfeld. Es sei naiv zu glauben, es mache keinen Unterschied mit einem Hosenanzug herumzulaufen oder mit kurzem Rock und hohen Schuhen.

"Für die Männer ist das auch ein Problem", findet Ebberfeld. "Weil sie lernen müssen, mit diesen Reizen umzugehen." Eine provokante Ansicht, die Feministinnen wütend macht. "Die möchten mich am liebsten würgen", sagt die Wissenschaftlerin. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass man "bestimmte Sachen" nicht sagen dürfe. Die Bremerin tut es trotzdem weiter.

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