Pflichtfach an Schulen : Israelische Kinder sollen früher Arabisch lernen

Jüdische Kinder in Israel sollen künftig früher Arabisch lernen, um die Kommunikation mit ihren arabischen Landsleuten zu verbessern. Von September an soll in einem Teil des Landes die Sprache bereits in der fünften Klasse zum Pflichtfach werden

Die Regelung tritt damit zwei Jahre früher als bisher geplant in Kraft. Eine Sprecherin des israelischen Erziehungsministeriums teilte am Dienstag mit, dies solle zunächst nur für den Norden des Landes sowie für die Hafenstadt Haifa gelten. Dort leben die meisten der etwa 1,5 Millionen arabischen Israelis.

Die Sprecherin des Erziehungsministeriums erklärte, Hintergrund der Entscheidung sei ein wachsendes Interesse israelischer Schüler an der arabischen Sprache. Vor zehn Jahren hätten noch gut 1500 jüdische Gymnasiasten die arabische Fremdsprache als Leistungsfach beim Abitur gewählt, heute seien es bereits knapp 2200. Auch an dem Fach „Die arabische Welt und der Islam“ gebe es großes Interesse.

„Wir leben immerhin im Nahen Osten“, sagte die Sprecherin. Eine bessere Kommunikation mit der arabischen Bevölkerung sei ein wichtiges Ziel. „Dies kann eine wunderbare Brücke zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sein.“ Für die zusätzlichen Lehrstunden sollten arabische Lehrkräfte eingesetzt werden, von denen viele arbeitslos seien. Es gebe auch Pläne, den Arabisch-Unterricht schon in der Grundschule auf ganz Israel auszuweiten.

Israel hat nach Angaben des Zentralen Statistikbüros 7,6 Millionen Einwohner, davon gut 20 Prozent Araber. Arabisch ist neben Hebräisch Landessprache. Viele jüdische Israelis beherrschen jedoch weder das gesprochene Arabisch noch Hocharabisch. Fast alle israelischen Araber können hingegen Hebräisch. Erste Fremdsprache ist in den Schulen Englisch, das meistens bereits von der ersten Klasse an unterrichtet wird. In Israel geht die Grundschule bis zum Ende der 6. Klasse. (dpa)

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