• Pläne von Verkehrsminister Dobrindt: Handyverbot am Steuer soll auch für Tablets gelten

Pläne von Verkehrsminister Dobrindt : Handyverbot am Steuer soll auch für Tablets gelten

Elektrogeräte lenken Autofahrer erheblich ab. Das Handyverbot am Steuer wird demnächst wohl auch für Tablets gelten.

Elektrogeräte wie Smartphones oder Tablets am Steuer gelten als hohes Unfallrisiko.
Elektrogeräte wie Smartphones oder Tablets am Steuer gelten als hohes Unfallrisiko.Foto: dpa

Das Handyverbot am Steuer soll nach Plänen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) künftig auch für andere Elektrogeräte wie Tabletcomputer gelten. Der ADAC begrüßte das Vorhaben, warnte aber: Ohne mehr Kontrollen der Aufmerksamkeitssünder nütze auch eine Ausweitung der gesetzlichen Regelung nichts. Das Verkehrsministerium arbeitet derzeit an einer Neuregelung und kommt damit einer Forderung der Länder nach. „Tabletcomputer wie das iPad sollen künftig auch unter das Handyverbot fallen“, hieß es am Sonntag aus dem Ministerium.
Die Verkehrsminister der Länder hatten im April in einem gemeinsamen Beschluss verlangt, das Handyverbot in der Straßenverkehrsordnung „allgemeiner“ zu formulieren. Damit solle der Gesetzgeber „neue Entwicklungen bei der Kommunikationstechnik und im Nutzerverhalten erfassen, die in ähnlicher Weise die Verkehrssicherheit gefährden“. Ein Sprecher des Automobilclubs ADAC sagte, „so eine Anpassung an die Realitäten der digitalen Welt ist richtig“. Wichtig sei aber, „dass so eine Ausweitung begleitet wird durch stärkere Kontrollen“. Sonst nütze eine Ausweitung der Regelung nichts für die Verkehrssicherheit, fügte er hinzu. „Die fehlenden Kontrollen sind schon jetzt das Manko bei der bestehenden Regelung.“
Derzeit dürfen Autofahrer laut Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung „ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss“. Verstöße dagegen können mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet werden.
In einer Studie des ADAC aus dem vergangenen Jahr heißt es, Ablenkung spiele als Unfallursache eine ähnlich große Rolle wie Alkohol am Steuer. Schätzungen zufolge sei jedem zehnten Verkehrsunfall mit Personenschaden Unachtsamkeit der entscheidende Auslöser. „Vor allem Smartphones und Navigationsgeräte lenken Autofahrer vom Verkehrsgeschehen ab.“ Demnach legen Fahrer, die bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern eine Sekunde lang unachtsam sind, rund 27 Meter im Blindflug zurück. Wer bei Tempo 50 fünf Sekunden auf Handy oder Navigationsgerät gucke, sei 70 Meter im Blindflug unterwegs. (AFP)

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