Sauberes Wasser : Europa kann baden gehen

Die Badesaison kann kommen: Europas Gewässer sind so sauber wie noch nie – nur wenige deutsche Badestellen weisen zu viele Bakterien auf. Wer besonders sauber baden will, sollte nach Zypern reisen.

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Klare Sache. Das Wasser an griechischen Stränden, hier auf der Insel Kos, gehört europaweit zu den saubersten.
Klare Sache. Das Wasser an griechischen Stränden, hier auf der Insel Kos, gehört europaweit zu den saubersten.Foto: dapd

Sommer, Sonne – und natürlich Strand! Ob am Meer, am See oder am Fluss: viele möchten ihren Sommerurlaub am Wasser verbringen, immer in der Nähe der nassen Abkühlung. Hygienesorgen brauchen sie dabei nicht zu haben: Europas Gewässer zumindest sind so sauber wie nie zuvor. Das geht aus einem Bericht hervor, den die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vorgestellt hat. Bei 92 Prozent der Seen, Flüsse oder Strandabschnitte ist das Wasser unbedenklich. In Deutschland sind es sogar 95 Prozent. Die Wasserqualität an der Nord- und Ostseeküste hat sich allerdings im Vergleich zum Vorjahr etwas verschlechtert.

Europaweit untersucht die Europäische Umweltagentur (EEA) jährlich etwa 22.000 Badestellen. Sie misst die Konzentration von Bakterien, die auf Verschmutzung durch Abwässer oder Gülle hinweisen. Diese können beispielsweise Augeninfektionen oder Durchfall auslösen. Insgesamt wurde eine solche Gefahr allerdings europaweit nur bei 372 Badestellen festgestellt. Mehr als drei Vierteln bescheinigt die Untersuchung eine exzellente Wasserqualität. Weitere 15 Prozent erhielten die Wertung „ausreichend“.

Am saubersten ist das Wasser in Zypern: 99 Prozent der Badestellen bekommen dort exzellente Wasserqualität bescheinigt. Kroatien, Malta, Griechenland und auch Deutschland erzielten ebenfalls Spitzenwerte. Auch in den beliebtesten Sommerzielen, in Spanien, Italien und Portugal, ist die Wasserqualität unbedenklich: Mehr als 90 Prozent der Gewässer erfüllten die Standards der EU-Kommission, 80 Prozent erreichten die Bestnote.

Ganz anders sieht es in den Niederlanden, Bulgarien, Lettland, Luxemburg und Belgien aus: Dort wird nur etwa die Hälfte der untersuchten Badestellen als sehr gut eingestuft. In den Niederlanden wurde mehr als zehn Prozent der Gewässer, insgesamt 70, eine unzureichende Wasserqualität bescheinigt. Das ist mit Abstand der höchste Wert in Europa.

In Deutschland betrifft das nur 15 der insgesamt 2310 untersuchten Badestellen. Darunter allerdings auch eine in Berlin: die Kleine Badewiese in Spandau an der Unterhavel sollten Badefreunde lieber meiden. Die anderen 22 Berliner Gewässer erhielten hingegen die Bestnote. Auch im Berliner Umland, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sind alle Gewässer ausreichend sauber.

In andere sollte man sich lieber nicht hineinwagen, darunter mehrere in Schleswig-Holstein: Der Lütauer See bei Mölln, das Luisenbad in Schleswig und der Kollmar-Hafen an der Elbe fielen bei der Prüfung durch. Auch in Niedersachsen stufte die EEA gleich mehrere Gewässer als unzureichend ein: Darunter auch der Nordseebadestrand Upleward nördlich von Aurich.

An Nord- und Ostsee gelten in diesem Jahr nur noch 75,3 Prozent der Küstenbadestellen als exzellent, das sind 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr, die Mindestanforderungen der Europäischen Union erfüllen aber noch immer gut 96 Prozent. An einigen Strandabschnitten häufen sich allerdings die Badestellen, an denen das Wasser nur noch „ausreichend“ sauber ist, beispielsweise bei Boltenhagen oder an der Schlei.

Wie gut ist das Wasser in meinem See?

Der Report der European Environment Agency (EEA), der europäischen Umweltagentur, über die Wasserqualität europäischer Badestellen an Seen und Küsten ist auf Deutsch, Englisch und Französisch im Internet abzurufen. Unter der Adresse finden sich auch Verweise zu den Einzelergebnissen der Länder.

Eine umfassende interaktive Tabelle mit den Ergebnissen findet sich auf einer weiteren Unterseite der EEA. Hier kann man sich die Werte der Wasserqualität Land für Land, Region für Region, Strand für Strand ansehen. Auch die Ergebnisse früherer Jahre sind dort aufgezeichnet.

Ein besonders anschauliches Werkzeug für die Suche nach dem Lieblingsbadesee hat die EEA unter der dritten Adresse ins Netz gestellt. Per Ortssuche oder durch Klick auf eine Landkarte erfährt man hier direkt, ob der ausgewählte Strand eine gute Wasserqualität hat. Man kann so die komplette Karte Europas absuchen.

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