Welt : "Schindlers Koffer": Emilie Schindler erhält 25 000 Mark

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Im Rechtsstreit um die Veröffentlichung der Serie "Schindlers Koffer" in der Stuttgarter Zeitung ist gestern eine außergerichtliche Einigung zustande gekommen. Nachdem Emilie Schindler, die 94-jährige Witwe von Oskar Schindler, ein Vergleichsangebot der Stuttgarter Zeitung zunächst abgelehnt hatte, lenkte ihr Anwalt nun doch ein. In dem Vergleich heißt es, dass sich die Stuttgarter Zeitung "aus einer karitativen Geste heraus und ohne Rechtspflicht" zur Zahlung von 25 000 Mark an die bei Buenos Aires lebende Schindler-Witwe bereit erklärt.

Die Stuttgarter Zeitung wird das Geld an die Deutsche Wohltätigkeitsgesellschaft (DWG) in Buenos Aires überweisen mit der Anweisung, es auschließlich für die persönlichen Bedürfnisse Emilie Schindlers zu verwenden. Sollte das Geld bei ihrem Tod nicht aufgebraucht sein, fällt der Rest der DWG zu. "Wir wollen sicherstellen, dass tatsächlich Emilie Schindler von dem Geld profitiert und nicht irgendwelche Dritten", erklärt der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Uwe Vorkötter, die Entscheidung, die Summe nicht direkt auf ein Konto Emilie Schindlers zu überweisen. Die 94-Jährige ist gebrechlich und lebt seit letztem Jahr in einem Altersheim.

Das Gericht hatte bereits zu Prozessbeginn deutlich gemacht, dass die Schadensersatzansprüche in Höhe von 100 000 Mark gegen die Stuttgarter Zeitung wohl unbegründet seien. Die Zeitung habe weder Eigentums- noch Urheberrechte verletzt, als sie 1999 über den Fund der Schindler-Dokumente berichtete. Angesichts des hohen Alters der Klägerin hatte das Gericht die karitative Zahlung angeregt, um einen langwierigen Prozess zu vermeiden.

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