Schloss Bran in Rumänien : Draculas Anwesen steht zum Verkauf

Burg in gruseliger Lage, 57 Zimmer, preiswert geg. Blutkonserven zu verkaufen! Immobilienmakler bieten die vermeintliche Residenz von Dracula - Schloss Bran in Rumänien - an. Das Anwesen ist ein Touristenziel - aber dort zu wohnen, hat einen Haken.

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Schloss Bran in Rumänien - Vorbild für Draculas Bleibe
Schloss Bran in Rumänien - Vorbild für Draculas BleibeFoto: AFP

"Da stand das Schloß in all seiner Größe, tausend Fuß hoch auf dem Gipfel eines steil ansteigenden Kegels, von den Bergen rundum durch tiefe Täler getrennt: ein wilder und unheimlicher Anblick!"

Zugegeben, mit der Beschreibung aus dem berühmten Vampirroman "Dracula" von Bram Stoker dürften die Immobilienmakler nicht geworben haben - aber das Stichwort "Dracula" allein reicht aus, um für Interesse zu sorgen.

Die New Yorker Anwaltskanzlei Herzfeld & Rubin bietet Schloss Bran - wie die Dracula-Residenz eigentlich heißt - zum Verkauf an. Die mittelalterliche Burg liegt in den Südkarpaten Rumäniens, rund 200 Kilometer nördlich von Bukarest, und verfügt über 57 Zimmer. Allerdings gibt es einen Haken: Kein einziges Badezimmer führt das Schloss.

Immobilienmakler schätzen den Kaufwert auf rund 135 Millionen Dollar, rund 98 Millionen Euro. Einen genauen Betrag gibt es nicht. Mark Meyer, Beauftragter der Anwaltskanzlei, sagte dem britischen "Daily Telegraph" lediglich: "Wer ein anständiges Angebot vorlegt, der wird von uns in Betracht gezogen."
Da es sich bei Dracula um eine fiktive Figur handelt, hat das Schloss Bran eigentlich nichts mit Vampiren zu tun. Vlad III., ein rumänischer Fürst aus dem 15. Jahrhundert auf dem die Dracula-Legende beruht, dürfte nie auf Bran gewesen sein. Stattdessen gehörte das Anwesen über die Jahrhunderte ungarischen Königen, transsylvanischen Fürsten, den Häusern Sachsen-Coburg sowie Hohenzollern, nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten rumänischen Kommunisten die Burg. Prinzessin Ileana und Anton von Habsburg, die zuletzt Bran bewohnten, hatten 24 Stunden, um aus Rumänien zu verschwinden. "Die wurden regelrecht in den Zug gepackt", sagt Meyer.

Auch wenn Dracula nie in Bran war - die Burg erinnert an die gruseligen Beschreibungen Stokers

Unter dem rumänischen Staatspräsidenten Nicolae Ceausescu wurde Bran in das Touristenziel verwandelt, das es heute ist. Die Burg ähnelt sehr stark den Beschreibungen, die Bram Stoker in seinem Roman für Draculas Residenz verwendet. Zwar wird die Burg im Buch nahe des Borgo-Passes verortet - Bran hingegen liegt mehrere Kilometer südlich - jedoch gleichen ihre verwinkelten Räume und Türme den gruseligen Erzählungen Stokers. Bran thront hoch oben auf einem Felsen, an einer Burgwand geht es weit in die Tiefe. Die Senkrechte erinnert an die Romanszene, in der der Held Jonathan Harker aus seinem Zimmerfenster klettert, um in schwindelerregender Höhe an der Fassade hinab in die Gruft zu klettern.

Erst 2006 gab Rumänien das Schloss an die Nachfahren der vertriebenen Habsburger zurück. Erzherzog Dominic von Habsburg war damals ein Kind, als er Bran verlassen musste. Er bot das Schloss umgehend für 80 Millionen US-Dollar (rund 58 Millionen Euro) dem rumänischen Staat erneut zum Kauf an. Weil sich Bukarest solch eine Summe nicht leisten konnte, eröffnete Dominic von Habsburg nach einer umfangreichen Renovierung 2009 das Schloss selbst als Museum. Dennoch will der Erzherzog die Immobilie nun veräußern. Laut Anwalt Meyer wünscht sich der Eigentümer einen Käufer, der Bran noch weiter zum Touristenziel ausbaut, Land für einen Hotel-Anbau sei vorhanden. Derzeit lockt Schloss Bran jährlich rund 560.000 Touristen an.

Wenn Sie das Schloss haben wollen - unter dieser Nummer erreichen Sie Mark Meyer: (001) (212 ) 471-8500

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