Schmidt & Pocher : Schluss mit "Nazometer"?

Die Kritik an einem umstrittenen Gag-Element der Show "Schmidt & Pocher" wird ihre Wirkung möglicherweise nicht verfehlen. Der WDR möchte den "Nazometer" aus der Sendung nehmen.

Schmidt Pocher
Sind Schmidt und Pocher an die Grenze des Humors gegangen? -Foto: dpa

Der für die Show "Schmidt & Pocher" zuständige WDR-Redakteur Klaus Michael Heinz gab heute gegenüber der Nachrichtenagentur ddp an, dass ein Fortbestehen des "Nazometer" vorerst fraglich sei. Heinz reagierte damit auf die am Montag von Seiten des SWR aufgekommene Kritik.

Eine finale Entscheidung über den zukünftigen Einsatz des Show-Elements werde jedoch erst am kommenden Donnerstag gemeinsam mit beiden Comedians getroffen. "Wenn wir ihn aus der Sendung nehmen, liegt das aber nicht an der Kritik, sondern daran, dass er sich wirklich erschöpft hat", so Heinz.

Die Grenze wurde überschritten

Gleichzeitig hatte ARD-Programmchef Günter Struve noch die Kritik des Südwestrundfunks an der Late-Night-Show zurückgewiesen. "Die Sendung ist ein satirischer Wochenrückblick. Das sogenannte Nazometer und die in diesem Zusammenhang gemachten Aussagen und Andeutungen von Harald Schmidt und Oliver Pocher verstehe ich als Metapher für eine aktuelle, gesellschaftliche Diskussion", sagte Struve den "Stuttgarter Nachrichten". Die Sendung dürfe "das Terrain der politischen Korrektheit verlassen". Zugleich räumte Struve ein, in diesem Fall seien die Moderatoren "an die Grenze des Erträglichen gegangen".

Geschmacklosigkeit

In Anlehnung an den Auftritt von Eva Herman im ZDF hatten Schmidt und Pocher in ihrer ersten Sendung am 25. Oktober mit dem sogenannten "Nazometer" getestet, welche Begriffe als grenzwertig gelten. Dabei berichtete Pocher, er habe zu Hause "einen Gasherd", wenig später sprach er vom "Duschen". In beiden Fällen schlug das Gerät heftig aus. Der SWR-Intendant Peter Boudgoust hatte dies als "Geschmacklosigkeit" bezeichnet und zugleich angekündigt, er wolle das Thema bei der ARD-Intendantentagung am 26./27. November in Bremen ansprechen. (mit dpa)

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