Schwedisches Möbelhaus : Ikea löscht Frauenbilder aus Katalog in Saudi-Arabien

01.10.2012 18:17 Uhr
Da war doch was: Links sind Mutter und Sohn in Schlafanzügen beim Zähneputzen, in der saudi-arabischen Version rechts fehlt die Mutter. Foto: Ikea
Da war doch was: Links sind Mutter und Sohn in Schlafanzügen beim Zähneputzen, in der saudi-arabischen Version rechts fehlt die Mutter. - Foto: Ikea

Update Um die strengen Kleidungsvorschriften in Saudi-Arabien nicht zu verletzen, hat Ikea Frauenbilder aus seinem dortigen Katalog wegretuschiert. Es ist nicht der erste Fall, bei dem sich das Möbelhaus selbst zensiert.

Die schwedische Möbelkette Ikea hat aus ihrem Katalog für Saudi-Arabien Abbildungen von Frauen wegretuschiert. Das berichtete das Stockholmer Gratisblatt „Metro“ am Montag und veröffentlichte Vergleichsfotos mit den sonst jeweils identischen Abbildungen aus der weltweit verbreiteten Ausgabe des Kataloges 2013. In der saudischen Version waren die Frauenabbildungen verschwunden.

Hintergrund sind dem „Metro“-Bericht zufolge die strengen Vorschriften in dem arabischen Land für das Abbilden unbedeckter Haut von Frauen. Schwedens Handelsministerin Ewa Björling sagte dem Blatt: „Man kann Frauen nicht aus der Wirklichkeit wegretuschieren.

“ Die Bilder seien ein „weiteres trauriges Beispiel dafür, wie weit der Weg bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen in Saudi-Arabien noch ist“.

Der Schritt führte im Heimatland von Ikea zu einem Sturm der Entrüstung. Schwedische Frauenrechtlerinnen kritisierten das Möbelhaus, Handelsministerin Ewa Björling sagte dem Blatt, Frauen könnten nicht aus der Gesellschaft retuschiert werden. Ikea veröffentlichte eine Erklärung, in der es sich entschuldigte. „Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudiarabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten der Ikea-Gruppe steht“, hieß es.

Verschwundene Designerinnen, leere Wohnzimmer: Sehen Sie hier den Vorher-Nachher-Vergleich:

Die Möbelkette hatte in der Vorwoche von ihrer russischen Webseite ein Foto im Stil der Polit-Punkband Pussy Riots gelöscht. Begründet wurde der Schritt damit, dass Ikea nicht „als Ort der Agitation jeder Art“ ausgenutzt werden wolle. Der Ikea-Katolog erscheint seit 1951.

Die neue Ausgabe mit einer Auflage von 208 Millionen wird nach Angaben des „Wall Street Journal“ weltweit in 43 Ländern vertrieben. (dapd/dpa)

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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