Welt : Sie stahl, was ihr gefiel

Die Namensgeberin Queen Mary war eine Deutsche

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Groß, schlank, elegant und von spröder Schönheit wurde Queen Mary (18671953) zum Inbegriff einer englischen Lady. Doch die Gemahlin von König Georg V. stammte aus einem deutschen Fürstenhaus. Ihr Vater Herzog Francis von Teck war der einzige Sohn von Herzog Alexander von Württemberg. Da er jedoch aus einer morganatischen Ehe mit der ungarischen Gräfin Claudine Rhédey von Kis-Rhéde geboren wurde, war er von der württembergischen Thronfolge ausgeschlossen. Seine Kusine Königin Viktoria von England gab ihm eine Anstellung in der britischen Armee und verheiratete ihn mit der Prinzessin Mary Adelaide von Cambridge, die wegen ihrer ungeheuren Leibesfülle beim Volk den Namen „fette Mary" trug. Es war ein ungeheurer Glücksfall für den Herzog, dass Prinz Albert Victor um die Hand seiner ältesten Tochter Mary anhielt. Er war zwar hässlich und galt als schwul, aber war britischer Thronfolger. Iihr Verlobter starb plötzlich und sie nahm mit Freuden den Antrag seines viel attraktiveren Bruders Prinz Georg an, der sie 1910 bei der Thronbesteigung zur Königin machte. Das Paar führte eine überaus glückliche Ehe. Der erste Weltkrieg brachte die Königin wegen ihrer weiten deutschen Verwandtschaft in ein Dilemma. Als Großmutter kümmerte sie sich hingebungsvoll um ihre Enkeltöchter Elizabeth, der heutigen Königin, und Margaret. In den letzten Jahren wurden auch ihre dunklen Seiten beleuchtet. So versteckte sie ihren jüngsten Sohn Prinz John wegen seiner epileptischen Anfälle vor der Öffentlichkeit und der Junge starb mit 13 Jahren, ohne dass seine Mutter sich um ihn gekümmert hätte. Die Königin selbst litt an Kleptomanie. Wenn ihr die Dinge, die ihr gefielen, nicht von den Eigentümern geschenkt wurden, klaute sie diese einfach. Ein speziell eingesetzter Diener begleitete sie bei Einkäufen und erledigte danach diskret die königlichen Diebstähle. heb

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