Sonntagsblues : Gebildete fühlen sich am Wochenende eher unwohl

Gebildete packt der Sonntagsblues besonders stark. Das ergab eine Untersuchung der Universität Hamburg. Die Gründe könnten Ehefrauen besonders interessieren.

Glück und Bildung.
Glück und Bildung.Foto: imago

Je gebildeter Menschen sind, umso unglücklicher fühlen sie sich am Wochenende. Bei Menschen mit mittlerem Bildungsniveau tritt die Unzufriedenheit nur bei Männern auf, bei hohem Bildungsniveau sowohl bei Männern als auch Frauen, hat Prof. Wolfgang Maennig von der Universität Hamburg im Rahmen einer Auswertung des Sozioökonomischen Panels herausgefunden. Bei Männern könne sich die Unzufriedenheit am Wochenende zu einer regelrechten Wochenende-Neurose entwickeln. Als mögliche Erklärung für diese „Sonntagsneurose“ nennt er in der Zeitschrift „Harvard Business Manager“ (Ausgabe Mai 2014), dass Höhergebildete am Wochenende Angst vor dem Stress der kommenden Woche entwickeln.

Die Belastung hat zugenommen

Im Vergleich zu Arbeitern und einfachen Angestellten habe in den vergangenen Jahren der Druck auf die Besserqualifizierten besonders stark zugenommen. Die Belastungen zum Beispiel eines Kassierers oder Bauarbeiters seien besser vorhersehbar als zum Beispiel eines Lehrers oder Unternehmers.

Eine weitere Erklärung ist, dass die Befragten lieber am Wochenende arbeiten würden, als Zeit mit der Familie zu verbringen. Vor allem Führungskräfte empfänden Freizeit als belastend, wenn sie in dieser Zeit nichts Produktives tun können. Der Gedanke an die wichtigen Dinge, die noch zu erledigen sind, aber bis Montag warten müssen, mache sie unzufrieden.

Für das Sozioökonomische Panel werden jährlich mehr als 20 000 Personen in Deutschland befragt. Anders als am Wochenende sieht es während der Arbeitswoche aus. Da hätten die Forscher eine hohe Zufriedenheit festgestellt. Männer mit niedrigem Bildungsniveau machen laut der Studie diese Schwankungen nicht mit. Sie zeigten für die gesamte Woche eine etwa gleichbleibende Zufriedenheit.

Tief am Ende des Monats

Ein weiteres Ergebnis lautet: Niedrig qualifizierte Männer haben ein Tief am Ende des Monats, das vor allem daher rühre, dass sie dann weiniger Geld zur Verfügung hätten. Bei höher Qualifizierten wird der Niedergang der Zufriedenheit gegen Monatsende dadurch aufgefangen, dass sie finanziell mehr Spielraum haben.

Auf das ganze Jahr gesehen steigt die Zufriedenheit hochqualifizierter Männer im Laufe des Jahres, während sich dieser Effekt bei den Frauen in allen Bildungsschichten feststellen lässt. os

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