Stellungnahme zu Geschwisterinzest : Deutsche Bischöfe gegen Ethikrat

Die Deutsche Bischofskonferenz lehnt einvernehmlichen Geschwisterinzest ab. Das geht aus einer Erklärung hervor, die an diesem Freitag veröffentlich werden soll. Es handelt sich um eine Stellungnahme zur Haltung des Deutschen Ethikrates in dieser Frage.

Mit einem Gottesdienst ging am Donnerstag die Herbstversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende.
Mit einem Gottesdienst ging am Donnerstag die Herbstversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende.Foto: dpa

Die Deutschen Bischöfe lehnen den einvernehmlichen Geschwisterinzest ab. In einer Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz, die dem Tagesspiegel vorliegt und die an diesem Freitag veröffentlicht werden soll, heißt es: "Mit Befremden und Distanz nimmt die Deutsche Bischofskonferenz die schwache Mehrheitsentscheidung des Deutschen Ethikrates zum einvernehmlichen Geschwisterinzest zur Kenntnis." Die Deutsche Bischofskonferenz sehe in den Rechtsregelungen zum Inzestverbot einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der Integrität der Familie. Eine "strafrechtseinschränkende Änderung oder gar Aufhebung des Paragrafen 173 wäre ein irritierendes rechtspolitisches Signal". Die Deutsche Bischofskonferenz "empfiehlt der Bundesregierung und dem Parlament, von der Empfehlung des Deutschen Ethikrates zum Inzestverbot Abstand zu nehmen", heißt es in der Erklärung, die am Freitag veröffentlicht werden soll.

Herbsttreffen der Deutschen Bischofskonferenz beendet

Mit einem Gottesdienst im Fuldaer Dom ist am Donnerstagabend die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende gegangen. In seiner Predigt appellierte der Trierer Bischof Stephan Ackermann an die Bischöfe und an das „Volk Gottes“, die hohen Erwartungen, die man aneinander habe, wieder auf ein realistisches Maß zu bringen.
Abgesenkt werden könnten allerdings nur allzu hohe gegenseitige Ansprüche, die sich auf eine bestimmte, geschichtlich bedingte Art, Kirche zu sein, bezögen, sagte Ackermann. Dagegen könnten Ansprüche, die sich aus dem Glauben selbst ergäben, nicht abgesenkt oder aufgegeben werden. Als in diesem Sinne wesentliche Orientierungspunkte des bischöflichen Dienstes und jedes christlichen Zeugnisses nannte Ackermann die „Vertrautheit mit Jesus und seiner Botschaft“ und das „Zeugnis für seine Lebendigkeit“. Beides zusammen helfe, „in allem Ringen dieser Zeit die entscheidenden Maßstäbe für unser Handeln zu gewinnen“, so der Bischof.
Die Herbstvollversammlung der 66 Mitglieder der Bischofskonferenz hatte am Montagnachmittag begonnen. Es war die erste Vollversammlung der Bischöfe unter Leitung von Kardinal Reinhard Marx. Ihn hatten die Bischöfe im März zum Vorsitzenden ihrer Konferenz gewählt. Am Freitag will Marx vor Journalisten in Fulda über die Ergebnisse des Herbsttreffens informieren.
Die zweimal jährlich tagende Vollversammlung der Bischöfe ist das oberste Organ der Konferenz. Die Herbsttreffen finden stets in Fulda, die Frühjahrsvollversammlungen an wechselnden Orten statt. (Tsp/KNA)

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben