Stille Kitas : Gema verlangt Geld für Weihnachtslieder

Das Singen von Weihnachtsliedern in Kitas kann Geld kosten. Der Musikverwerter Gema hat 36 000 Kitas und Kindergärten angeschrieben und aufgefordert, Lizenzverträge für das Kopieren und Verteilen von Liederzetteln abzuschließen.

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Bald kein Kindergesang mehr in Kitas? Wohl eher nicht.
Bald kein Kindergesang mehr in Kitas? Wohl eher nicht.Foto: dpa

In dem Schreiben wurden die Kitas aufgefordert, genau aufzuschreiben, welches Lied von welchem Komponisten und von welchem Musikverlag sie kopiert und verteilt haben. Das bestätigte ein Gema-Sprecher dem Tagesspiegel. Entsprechend solle ein Lizenzvertrag geschlossen werden, bei dem die Kita Gebühren zahlen muss.

Der Brief der Gema an die Kitas liegt bereits ein Jahr zurück. Der Vorgang wurde aber erst jetzt bekannt.

Der Musikverwerter Gema tritt dabei nicht in eigener Sache auf, sondern übernimmt als Dienstleister im Auftrag der VG Musikedition das Inkasso bei den Kitas. Die VG Musikedition ist eine Verwertungsgesellschaft, die die Rechte von Musikverlagen vertritt, die Lieder- und Notenbücher herausgeben. Die VG selber ist nicht in der Lage, das Geld bei den Kitas einzutreiben. Sie hat deshalb die Gema beauftragt, die über eine große Organisation verfügt und große Erfahrung im Eintreiben von Geld hat.

Hintergrund ist die Tatsache, dass laut Urheberrecht beim Kopieren eines Verlagsprodukts Lizenzgebühren bezahlt werden müssen. Für die Schulen liegen Rahmenverträge vor, die die Träger, also in der Regel die Bundesländer, abgeschlossen haben. Für Kitas und Kindergärten fehlt ein solcher Rahmenvertrag. Deshalb hat die Gema 36 000 Einrichtungen einzeln angeschrieben. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die Kitas aufgefordert, auf die Forderungen nicht zu reagieren.  os

 

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