Tod eines Stars : Die letzten Tage der Whitney Houston

Bei der Pre-Grammy-Probe war sie noch sehr konfus gewesen, aber kurz vor ihrem Tod sang sie einen Gospel – da wurde ihre Stimme klar und rein. Über die Umstände ihres Todes gibt es verschiedene Darstellungen.

Lars Halter
Sie war "The Voice" - die Stimme. Die Stimme einer Generation von Sängerinnen, von Diven, wie sie derzeit auf dem Musikolymp vergeblich gesucht werden: Withney Houston.Weitere Bilder anzeigen
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13.02.2012 14:13Sie war "The Voice" - die Stimme. Die Stimme einer Generation von Sängerinnen, von Diven, wie sie derzeit auf dem Musikolymp...

Im Staples Center von Los Angeles waren die Proben für die Grammy-Verleihung in vollem Gange, Rihanna sang gerade „We Found Love“, als diese Nachricht kam: Whitney Houston ist tot, gestorben im Beverly Hilton, knapp zehn Meilen entfernt. „Ich finde keine Worte, nur Tränen“, sagte Rihanna später, während die Grammy-Macher das Programm für die große Show am Sonntagabend spontan umbauten und ein Whitney-Houston-Medley von Jennifer Hudson als Tribut für die verstorbene R&B-Diva ins Programm hoben.

Eine solche Würdigung gibt es nur für die allergrößten Stars. Am Vorabend der Grammys war Houston zur traditionellen Party ihres Entdeckers und Mentors Clive Davis im Beverly Hilton erwartet worden. Nachdem sich die Todesnachricht verbreitet hatte, lag unendliche Trauer über der Veranstaltung. „Whitney liebte die Musik“, eröffnete Davis den Abend, der für alle Versammelten zu einer tränenreichen Gedenkfeier wurde, bei der unter anderem HipHop-Star Sean Combs und Tony Bennett der Sängerin huldigten. „Mein Herz ist schwer, und ich bin am Boden zerstört“, sagte Davis selbst.

Ihren letzten Auftritt hatte Whitney Houston am Donnerstagabend bei einer weiteren Party im Rahmen der Grammy-Woche gehabt, als sie ihre Freundin und Kollegin Kelly Price bei deren R&B-Tribut „Kelly Price & Friends“ unterstützte. Im langen schwarzen Kleid kam sie als Überraschungsgast und sang „Yes, Jesus Loves Me“, einen Gospel, mit dem sie zu ihren Wurzeln zurückkehrte – Whitney Houston, wenige Jahre vor den Rassenunruhen im Schwarzenviertel von Newark (New Jersey) geboren, hatte ihre ersten Auftritte in der dortigen New Hope Baptist Church.

Ein Gospel war nun ihre letzte Verbeugung. Der Auftritt lebt als Handy-Video im Internet weiter. Da steht Whitney Houston neben Kelly Price, ihre Stimme am Anfang schwankend und rau, auf dem Höhepunkt des Songs aber klar und rein. Ein würdiger Abgang für eine Diva, die ganz andere Auftritte erlebt hat. Nicht zuletzt einen Tag zuvor, als sie bei den Proben zu Clive Davis’ Party auftauchte und dem wiedervereinigten Duo Brandy & Monica Tipps für deren Performance gab. Anwesende Journalisten bezeichneten Houstons Verhalten als „seltsam und unberechenbar“. Ihre Kleidung habe nicht gepasst, ihr Haar sei tropfnass gewesen. Sie habe ungewöhnlich wild gestikuliert, sei „wie ein Kind durch den Saal gehüpft“, schrieb die „Los Angeles Times“, und später „etwas verloren durch die Lobby geirrt“. Bei Interviews habe sie nach Alkohol und Zigaretten gerochen. Der Sicherheitsdienst des Hotels hatte sich zuvor bereits um die Sängerin kümmern müssen, als diese am Pool Handstände machen wollte.

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