Überfallserie in Paris : Raubzüge durch Luxusgeschäfte

Im Zentrum der französischen Hauptstadt häufen sich die Überfälle auf Schmuckgeschäfte - die Täter brauchen für ihre Raubzüge oft nur wenige Minuten.

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Ein Polizei steht vor einer Luxusboutique, die zuvor von zwei bewaffneten Tätern ausgeraubt worden war.
Ein Polizei steht vor einer Luxusboutique, die zuvor von zwei bewaffneten Tätern ausgeraubt worden war.Foto: AFP

Das vornehme erster Pariser Arrondissement rund um den Place Vendôme im Herzen der französischen Hauptstadt gehört zu den Vierteln, wo das Einkaufen einen entsprechenden Geldbeutel voraussetzt. Die Gegend mit ihren Luxusboutiquen und Schmuckgeschäften ist in den vergangenen Monaten vermehrt zum Ziel bewaffneter Überfälle geworden. Am Wochenende schlugen zwei Männer in Motorradkluft in der Rue Saint-Honoré zu – sie ließen Uhren im Wert von 600 000 Euro mitgehen.

Der jüngste Überfall ereignete sich kurz vor Öffnung der Luxusboutique „Colette“ am Samstagmorgen. Die beiden Männer hätten das Personal und einen Wachmann in dem Geschäft mit einem Schrotgewehr und einer Axt bedroht, berichtete der französische Rundfunksender „France Info“. Die Täter, die nach Polizeiangaben Motorradhelme trugen, forderten die sieben Personen in dem Geschäft auf, sich auf den Boden zu legen. Kurze Zeit später flüchteten sie mit ihrer Beute auf einem Motorroller, dessen Nummernschild zuvor gefälscht worden war. Verletzt wurde bei dem Raubüberfall niemand.

In dem Viertel unweit der Oper sind in den vergangenen Monaten mehrfach Schmuckläden und Luxus-Geschäfte überfallen worden. Erst zu Beginn der vergangenen Woche wurde ein Schmuckgeschäft in derselben Straße ausgeraubt – diesmal noch vor dem Morgengrauen. Und zwei Tage zuvor traf es ein Geschäft der Luxusmarke „De Grisogono“ in unmittelbarer Nachbarschaft des Place Vendôme: Zur besten Geschäftszeit betraten zwei Täter den Laden am frühen Samstagnachmittag; einer gab sich als Kunde aus, sein Komplize überwältigte einen anwesenden Wachmann. Anschließend zertrümmerten sie zwei Vitrinen und ließen Schmuck und Uhren mitgehen. Wie auch im jüngsten Fall ließen sich die Täter nicht davon abschrecken, dass es in der Gegend rund um den berühmten Pariser Platz zahlreiche Überwachungskameras gibt. Dort hat auch das Justizministerium seinen Sitz.
Die Überfälle gehen in der Regel blitzartig vonstatten. Im letzten Fall am vergangenen Wochenende hatten die Täter zudem leichtes Spiel, weil das dreigeschossige Trend-Geschäft „Colette“ im Gegensatz zu allein auf Schmuck spezialisierten Läden über vergleichsweise geringe Sicherheitsvorkehrungen verfügt. Neben den entwendeten Luxusuhren, die pro Stück einen Preis von rund 12 000 Euro haben, wird in dem Geschäft unter anderem auch Kleidung verkauft. Zudem machte die Luxusboutique in der Rue Saint-Honoré von sich reden, weil man dort an einer Bar von rund zehn verschiedenen Mineralwassersorten aus verschiedenen Ländern nippen kann. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kommentierte ein Nutzer den Einbruch denn auch mit den Worten, die Beute entspreche dem Wert von zwei Jeans und einer Flasche Wasser aus dem überfallenen Geschäft. (mit AFP/dpa)

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