Umfrage zur Organspende : Die meisten Deutschen wollen helfen - aber...

Die Akzeptanz der Deutschen in Sachen Organspende ist groß. Doch die meisten scheuen sich noch, dies auch in einem Spenderausweis konkret zu dokumentieren.

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Rund 32 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.
Rund 32 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.Foto: Arnde Dedert/pa/dpa

Obwohl in der Bevölkerung die Aufgeschlossenheit gegenüber einer Organspende weiter gestiegen ist, haben bislang nur 36 Prozent der Deutschen ihre Bereitschaft dazu in einem Organspendeausweis und/oder einer Patientenverfügung dokumentiert.

Das geht aus einer bundesweiten Repräsentativbefragung im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Dafür wurden von Januar bis Februar 2016 insgesamt 4002 Personen zwischen 14 und 75 Jahren befragt.

81 Prozent der Deutschen stehen demnach einer Organspende eher positiv gegenüber. Im Jahr 2013 waren es nur 78 Prozent. Dabei steht vor allem das Motiv im Vordergrund, anderen zu helfen und dem eigenen Tod einen Sinn zu geben (77 Prozent).

Bei denen, die im Organspendeausweis einer Organspende widersprechen, dominiert die Vorstellung, als Spender nicht geeignet zu sein (27 Prozent) und Angst oder Unsicherheit im Zusammenhang mit einer Organentnahme (20 Prozent). Auch die Angst vor Missbrauch und mangelndes Vertrauen in das Organspendesystem ist ein häufiger Grund für den Widerspruch (19 Prozent).

58 Prozent der Befragten gaben an, eine Entscheidung in Sachen Organspende getroffen zu haben. Von denen, die sich noch nicht entschieden haben, gaben 42 Prozent an, sich noch nicht oder zu wenig mit dem Thema befast zu haben. Immerhin 54 der Befragten gaben an, sie fühlten sich gut (46 Prozent) oder sehr gut (8 Prozent) über das Thema Organ- und Gewebespende informiert. Am wenigsten gut fühlten sich die 14- bis 25-Jährigen informiert.

Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wies darauf hin, dass das Transplantationsgesetz vorschreibt, dass Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen ihre Versicherten ab dem vollendeten 16. Lebensjahr alle zwei Jahre über die Möglichkeiten einer Organ- und Gewebespende informieren müssen. "Versicherte sollen hiermit unterstützt werden, eine informierte Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu treffen und sie im Organspendeausweis zu dokumentieren", sagte sie.

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