• Urteil in Stuttgart: Zwölfjähriger muss nach sexuellem Übergriff seine Schule verlassen

Urteil in Stuttgart : Zwölfjähriger muss nach sexuellem Übergriff seine Schule verlassen

Er soll eine Fünftklässlerin aufgefordert haben, ihm einen zu blasen und sich entblößt haben. Ein Gericht hat nun entschieden, dass der Zwölfjährige deshalb die Schule verlassen muss.

Das Verwaltungsgericht urteilte, dass die Schulleiterin korrekt gehandelt hat.
Das Verwaltungsgericht urteilte, dass die Schulleiterin korrekt gehandelt hat.Foto: dpa

Ein Zwölfjähriger muss nach einem sexuellen Übergriff auf eine Mitschülerin seine bisherige Schule verlassen. Die von der Schulleiterin verhängte Maßnahme sei rechtens und angemessen, teilte das Verwaltungsgericht Stuttgart am Freitag mit. Die Eltern des Sechstklässlers hatten in seinem Namen einen Eilantrag gegen den Schulverweis eingereicht, den das Verwaltungsgericht ablehnte. (AZ: 12 K 2336/16).

Der Sechstklässler hatte nach Gerichtsangaben im März auf dem Nachhauseweg in der Nähe des Schulgeländes eine elfjährige Fünftklässlerin aufgefordert „ihm einen zu blasen“. Er entblößte sich dazu. Die Schülerin informierte umgehend ihre Sportlehrerin, und ihre Eltern erstatteten Anzeige. Die Schule verhängte den Schulausschluss des Jungen wegen schweren und wiederholten Fehlverhaltens. Er habe zuvor schon in zahlreichen Fällen Mitschüler beleidigt, provoziert oder auch körperlich angegangen.

Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass der Schüler durch sein Fehlverhalten die Fünftklässlerin „in nicht unerheblichem Maße sexuell belästigt und beleidigt und so das Recht auf deren sexuelle Selbstbestimmung und deren Ehrgefühl verletzt“ habe. Es spiele dabei keine Rolle, dass der Schüler sein Verhalten nach eigener Aussage „nur als Spaß“ angesehen und das später auch gegenüber der Elfjährigen so bezeichnet habe. Dem Mädchen sei nicht mehr zuzumuten, ihm weiter in der Schule zu begegnen. (epd)

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