• US-Fluglinie United Airlines in der Kritik: Dosen-Verbot für Muslima und Rauswurf wegen Kindergeschrei

US-Fluglinie United Airlines in der Kritik : Dosen-Verbot für Muslima und Rauswurf wegen Kindergeschrei

Rauswurf wegen eines schreienden Babys, Dosen-Verbot für eine Kopftuchträgerin: Die Fluglinie United Airlines steht wegen zweier Entscheidungen ihres Bordpersonals nun heftig in der Kritik.

Unerwünscht? Die Sängerin Sarah Blackwood (li.) musste noch vor Beginn des Fluges eine United-Airlines-Maschien verlassen, weil ihr Sohn laut schrie. Die muslimische Passagierin Tahera Ahmad bekam im Gegensatz zu einem anderen Fluggast offenbar keine ungeöffnete Limonadendose, weil sie sie "als Waffe" einsetzen könnte.
Unerwünscht? Die Sängerin Sarah Blackwood (li.) musste noch vor Beginn des Fluges eine United-Airlines-Maschien verlassen, weil...Foto: Tsp-Screenshot/Instagram/Northwestern University

Schlechte Werbung für das US-Flugunternehmen United Airlines: Auf einem Inlandsflug verweigerte ein Flugbegleiter einer Muslima eine Dose Cola mit der Begründung, sie könne die Dose als Waffe einsetzen. Dies berichtete der Sender CNN. Die junge Frau hatte am Wochenende aus hygienischen Gründen eine ungeöffnete Dose verlangt und war daraufhin abgewiesen worden. Ihr Sitznachbar habe jedoch eine geschlossene Bierdose bekommen, beschrieb die Frau die Situation auf Twitter. Nachdem sie die Flugbegleitung daraufhin noch einmal ansprach, sei sie zudem von einem anderen Passagier rassistisch beleidigt worden. Die 31-Jährige arbeitet als Kaplanin für interkonfessionellen Dialog an der Northwestern University in Chicago und trägt in der Öffentlichkeit ein Kopftuch. Nachdem der Vorfall auf Twitter bekannt wurde, riefen Nutzer des Netzwerkes zum Boykott gegen die Airline auf.

United Airlines sprach Medienberichten zufolge in einer Mitteilung von einem „Missverständnis“, was Ahmad als „Trivialisierung“ des Vorfalls ablehnt. "Hier geht es nicht um eine Dose Cola", teilte sie via Twitter mit und forderte, dass United Airlines Maßnahmen ergreife, um diskriminierendes Verhalten seitens der Mitarbeiter künftig zu verhindern. Die Fluglinie kündigte an, die Mitarbeiterin, die bei einem kooperierenden Unternehmen angestellt ist, nicht mehr auf United-Airlines-Flügen einsetzen zu wollen.

Bereits in der vergangenen Woche sorgte das Unternehmen in den sozialen Netzwerken mit einem anderen Vorfall für Entrüstung. Dabei hatte das Flugpersonal die kanadische Sängerin Sarah Blackwood wegen des lauten Geschreis ihres zweijährigen Sohns aus
dem Flugzeug verbannt. "Ich bin gerade von einem Flug von United verwiesen worden, weil mein Sohn schrie", teilte die 34-jährige schwangere Sängerin der kanadischen Band "Walk off the Earth" über Twitter mit. "Offensichtlich stellte mein zweijähriger Junge eine große Bedrohung dar". Nach einem Mitschnitt, den die Sängerin ebenfalls veröffentlichte, gab es an Bord außerdem eine Diskussion darüber, ob die Sängerin das Kleinkind auf ihrem Schoß unter ihrem Gurt mitanschnallen müsste.

Wie der Passagier Paul William Moore berichtete, war die Maschine auf dem Flughafen von San Francisco bereits auf dem Weg zum Start, kehrte dann aber um, damit Blackwood und ihr Sohn wieder aussteigen konnten - obwohl dieser sich zwischenzeitlich beruhigt hatte und eingeschlafen war. "Wir waren alle schockiert über das übertriebene und wenig professionelle Verhalten sowie den Mangel an Feingefühl eines Mitglieds Ihrer Besatzung", schrieb Moore auf Facebook.

Die Fluglinie Skywest Airlines, die den Flug im Auftrag von United ausführte, erklärte am Donnerstag zu ihrer Verteidigung, der Junge sei nicht wie vorgeschrieben zum Start auf seinem Platz sitzengeblieben, sondern im Gang herumgelaufen - was Blackwood wiederum in einem Interview mit dem Sender CTV News dementierte. Deshalb hätten er und seine Mutter "im Interesse der Sicherheit" der anderen Passagiere das Flugzeug verlassen müssen.

Im Internet löste die Angelegenheit Empörung aus.

Dagegen äußerte ein Internet-Nutzer Verständnis für die Fluglinie: "Wenn Ihr Eure kleinen Monster nicht bändigen könnt, bleibt zu Hause und bemüht euch, bessere Eltern zu sein", schrieb er. (AFP/dpa)

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