• Vatikan : Wer dem Papst auf Twitter folgt, für den verkürzt sich die Zeit im Fegefeuer

Vatikan : Wer dem Papst auf Twitter folgt, für den verkürzt sich die Zeit im Fegefeuer

Ein vatikanisches Dekret ermöglicht auch virtuellen Verfolgern des Weltjugendtags in Rio de Janeiro jetzt Ablass auf die eigenen Sünden - allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Torben David
Papst Franziskus hat es sich zur Aufgabe gemacht, einige Verhältnisse in der katholischen Kirche zu ändern. Offenbar gehört dazu auch der Ablass von Sünden.
Papst Franziskus hat es sich zur Aufgabe gemacht, einige Verhältnisse in der katholischen Kirche zu ändern. Offenbar gehört dazu...Foto: Picture Alliance / dpa

Das Fegefeuer ist immer noch eine Institution, zumindest für alle gläubigen Katholiken. Nur wer regelmäßig Buße tut, also beichtet, betet und die heilige Kommunion empfängt, kann seine Sündenstrafe verkürzen. So war es zumindest bis jetzt. Unter Papst Franziskus, der sich schon durch andere Aktionen als eher unorthodox profiliert hat, wird der Sündenablass zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro jetzt erstmals ins Internet getragen.

Die entsprechende Entscheidung fällte die zuständige Apostolische Pönitentiarie, das Bußgericht des Vatikanstaats. Demnach soll auch wer vor dem Rechner sitzt und die Ereignisse in Brasilien nur virtuell per Livestream oder sozialen Netzwerken verfolgt, mit einem zeitlichen Abschlag auf die Fegefeuerstrafe rechnen können. "Das schließt Twitter ein", bestätigte ein Sprecher gegenüber dem britischen Guardian.

Ganz so einfach wie ein Klick auf den "Folgen"-Button unter dem Twitter-Account des Papstes soll der Sonderablass dann aber doch nicht sein. "Einen Ablass kann man nicht bekommen wie einen Kaffee am Kaffeeautomaten", sagte Erzibschof Claudio Maria Celli, Medienverantwortlicher für soziale Kommunikation im Vatikan, der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. So bleibt die Wirksamkeit an Bedingungen wie das aktive Verfolgen der Ereignisse und das zeitgleiche Beten geknüpft. Auch eine vorherige Beichte und die Kommunion seien notwendig. "Es ist nicht so, als ob man beim Chatten im Internet einen Ablass bekäme", sagte ein Vatikan-Sprecher. Ein erfolgreicher Sündenablass verlange nach "unerlässlicher Hingabe".

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