Welt : West-Nil-Virus: Der Erreger breitet sich aus

In New York haben sich in diesem Jahr bereits drei Menschen mit dem gefährlichen West-Nil-Virus infiziert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurde der Erreger jetzt auch bei einem 64 Jahre alten Mann und einer 63-jährigen Frau aus dem Stadtbezirk Staten Island nachgewiesen. Dort war bereits ein 78-jähriger Mann an dem Virus erkrankt.

Der Radius des Virus erstreckt sich inzwischen von New York über vier US-Staaten gut 500 Kilometer weiter nördlich bis in den Raum Boston. Selbst in Kanada wurde der Erreger bei toten Rotkehlchen und Krähen entdeckt. Das West-Nil-Virus wird durch Mücken übertragen und ruft bei Menschen die Hirnentzündung Enzephalitis hervor. Symptome sind hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, vorübergehende geistige Verwirrung und Bewusstseinsverlust. An der Krankheit waren im Herbst 1999 in New York sechs Menschen gestorben.

Trotz massiven Sprühens von Insektenvernichtungsmitteln in der Stadt New York und umliegenden Gemeinden sehen die Experten Anzeichen dafür, dass sich der Erreger im Nordosten der USA etabliert hat. Das West-Nil-Virus wurde 1937 erstmals in Uganda identifiziert und macht sich seitdem sporadisch in Afrika, Europa und dem Nahen Osten bemerkbar. Der jetzt in den USA um sich greifende Virusstamm wurde nach Überzeugung von Experten aus Israel eingeschleppt. Er ist fast identisch mit einem Virusstamm, der 1998 in einer Gans auf einer Farm in Israel gefunden wurde.

Der vor allem für Kleinkinder und ältere oder kranke Menschen riskante Erreger steckt zwar Spatzen und Krähen an, nicht aber Tauben, wie Gesundheitsexperten in New York überrascht feststellten. Bei einer West-Nil-Virus-Epidemie 1996 in Rumänien hatten sich Hunderte Menschen angesteckt. Jeder Zehnte bis Zwanzigste erlag den Folgen der Infektion. Doch an den meisten Menschen, die von infizierten Mücken gestochen werden, geht die Krankheit ohne oder nur mit schwachen Symptomen vorbei, schreiben die Zentren für Krankheitskontrolle und -vorbeugung in Atlanta.

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