Wetter in Berlin : Der Winter legt jetzt erst richtig los

Schon wieder Schneefälle in Berlin: Schuld ist die "kontinentale Arktikluft". Bis zum Wochenende könnten die Temperaturen auf bis zu minus zehn Grad fallen. Von Frühlingswetter keine Spur.

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Verschneit. Räumfahrzeug am Montag in Mecklenburg-Vorpommern.
Verschneit. Räumfahrzeug am Montag in Mecklenburg-Vorpommern.Foto: dpa

In den vergangenen Jahren haben alle immer davon geredet, dass es wärmer wird. In diesem Jahr kommt etwas Abwechslung in die Gespräche. In der zweiten Hälfte des Monats März sollten die Tagestemperaturen eigentlich bei etwa plus zehn Grad liegen. Davon kann auf absehbare Zeit keine Rede sein.

Der Winter legt jetzt richtig los. Als die Berliner und Brandenburger am heutigen Dienstag aufwachten, blickten sie auf eine geschlossene Schneedecke. Zwar erreichen die Temperaturen im Laufe des Tages den Gefrierpunkt, aber das wird nicht ausreichen, um den Schnee zu schmelzen.

Der könnte noch eine ganze Weile liegen bleiben. Ein Ende des Winterwetters ist nicht abzusehen. Vor allem nachts sinken die Temperaturen weit unter null Grad. Der Meteorologe Jörg Riemann von der Berliner Wetteragentur MeteoGroup hält es für möglich, dass am Wochenende jahreszeitliche Temperaturrekorde gebrochen werden. Das wäre der Fall, wenn die Werte nachts unter minus 6 Grad fallen würden. Oder wenn es nach dem Sonntag noch einen sogenannten Eistag geben sollte, bei dem die Temperatur die ganze Zeit unter dem Gefrierpunkt liegt. Der späteste Tag im Jahr, der seit Beginn der Aufzeichnungen ein Eistag war, war ein 24. März. Das war 1922.

Orkan "Xaver" bringt Berlin den ersten Schnee
Schneegestöber vor dem Brandenburger Tor: Orkan "Xaver" hat der Hauptstadt die ersten Flocken gebracht. Haben Sie auch Schneefotos gemacht? Dann schicken Sie sie an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
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06.12.2013 16:33Schneegestöber vor dem Brandenburger Tor: Orkan "Xaver" hat der Hauptstadt die ersten Flocken gebracht. Haben Sie auch Schneefotos...

Ursache der Kälte ist die sogenannte „kontinentale Arktikluft“, die vom Nordpolarmeer zu uns strömt. Im Nordpolarmeer ist das Eis derzeit jahreszeitlich am dichtesten, die Luft darüber kühlt sich stark ab. Solange diese Luft nach Europa geführt wird, bleibt es kalt.

Ein Ende ist erst in Sicht, wenn es Tiefs vom Atlantik schaffen, bis nach Deutschland durchzubrechen. Dann würde das Winterwetter abgelöst durch normales trübes, regnerisches und etwas wärmeres Wetter.

Der Meteorologe Riemann ist optimistisch, dass das Wetter bis Ostern „etwas normaler“ wird, wie er sagt. Richtiges Frühlingswetter erwartet er aber erst nach Ostern. Vom heutigen Standpunkt aus formuliert er es positiv: „Es kann nur noch wärmer werden.“

Auch die Tiere im Zoo sind das Wetter langsam leid. „Selbst die Eisbären mögen das Wetter nicht mehr“, sagte die Biologin Sabine Haas vom Gelsenkirchener Zoo der Deutschen Presseagentur. Bei Schimpansen bestehe zudem Ansteckungsgefahr bei erkältungsgeplagten Tierpflegern. „Und umgekehrt können sich auch die Pfleger bei den Schimpansen anstecken“, sagt Haas.

Nur der Sibirische Tiger schleicht wie gewohnt elegant durch den Schnee.

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