Welt : Zu- und Abgeraten: Leipziger Allerlei: Die Literaturzeitschrift "Edit"

Gregor Dotzauer

In der Werbung nennt sich "Edit" etwas großspurig "die Entdeckerzeitschrift" und verspricht doch nicht zu viel. Denn von Marcel Beyer über Jana Hensel und Hendrik Jackson bis zu Antje Rávic Strubel und David Wagner gab es alleine im letzten Jahr rund zwei Dutzend zumindest in der Szene klingende Namen, die das dreimal jährlich erscheinende Blatt mit Texten schmückten. Auch Verlage wissen inzwischen (und bieten deshalb gerne Vorabdrucke an): Wer in der Leipziger Literaturzeitschrift veröffentlicht, aus dem wird nicht selten etwas.

Tobias Hülswitt, bis vor kurzem Edit-Redakteur, ist das beste Beispiel: Sein Romandebüt "Saga" (KiWi) fand gerade viel Beachtung. Ein festes Programm hat "Edit" so wenig im Blick wie bestimmte Genres - auch wenn die Prosa überwiegt. Aber all das spiegelt in seiner Offenheit nur die unendlichen Weiten der jungen deutschen Literatur zwischen Pop und intellektuellen Klimmzügen: Die Jahrgangsnähe ist oft das einzig Verbindende. "Edit" legt höchstens Wert auf die Ernsthaftigkeit des eigenen Schreibens. Das aktuelle Heft versammelt unter anderem Erzählendes von Tanja Schwarz, Steffen Friede und Julia Schoch sowie Lyrisches von Norbert Hummelt. Ach ja: Eine Website hat "Edit" seit neuestem auch ( www.editonline.de ): Nur ist da außer einer netten Oberfläche im Moment noch recht wenig zu finden.

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