• Zwangsevakuierung in der nördlichen Altmark: Wasser der Elbe überflutet weitere Dörfer

Zwangsevakuierung in der nördlichen Altmark : Wasser der Elbe überflutet weitere Dörfer

Um dem Elbwasser einen Weg in einen Havelpolder zu weisen, riss die Bundeswehr am Donnerstag Teile einer Landstraße weg. Die erhoffte Entlastung trat nicht ein. Der Krisenstab im Landkreis Stendal entschied, mehrere Dörfer zu evakuieren. Doch nicht alle Anwohner kommen der Aufforderung nach.

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Hochwasser in Sachsen-Anhalt: Die Begrenzungspfosten der Bundesstraße B107 vor Schönfeld (Sachsen-Anhalt) sind am Donnerstag vom steigenden Hochwasser umspült. Durch den Deichbruch bei Fischbeck im Landkreis Stendal strömt das Hochwasser weiter Richtung Osten.
Hochwasser in Sachsen-Anhalt: Die Begrenzungspfosten der Bundesstraße B107 vor Schönfeld (Sachsen-Anhalt) sind am Donnerstag vom...Foto: dpa

Vier Tage nach dem großen Deichbruch in Fischbeck bei Tangermünde überflutet das Elbwasser immer mehr Häuser und Felder in der nördlichen Altmark. Der Krisenstab im Landkreis Stendal entschied sich deshalb zur Zwangsevakuierung mehrerer Dörfer, da Gefahr für Leib und Leben bestünde. Polizisten gingen in den Dörfern Wust, Briest und Melkow und kleineren Ortsteilen von Haus zu Haus, um die rund 1 000 Bewohner zum Verlassen der Häuser aufzufordern. Trotz des Hinweises auf die bevorstehende Blockade sämtlicher Zufahrtsstraßen in die Orte durch das steigende Wasser und die Abschaltung des Stromes blieben vor allem Männer in den Häusern zurück. Sie wollten ihre Haustiere versorgen und ihr Hab und Gut nicht allein zurücklassen, hieß es. Bis zuletzt versuchten sie mit Sandsäcken und kleinen Wällen das Wasser von ihren Grundstücken fernzuhalten. Aber der Kampf war aussichtslos. Die Bundeswehr schickte schwere Lastwagen und Boote, um Personen aufzunehmen. Mehrere Tausend Menschen harren in Sachsen-Anhalt weiter in Notquartieren aus.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

Am Morgen hatte die Bundeswehr in der rund 130 Kilometer westlich Berlins gelegenen Region eine Landstraße auf rund 50 Metern weggerissen, um dem Elbwasser einen Weg in einen Havelpolder zu weisen.  Doch die erhoffte Entlastung trat angesichts der riesigen Wassermassen nicht ein. Weiterhin gesperrt ist die ICE-Strecke von Berlin nach Hannover. Umleitungen führen zu größeren Verspätungen.

In den anderen Regionen entlang der Elbe sank der Pegel. Trotz des nun schon seit Tagen andauernden Drucks auf die Deiche hielten sie die Elbe in ihrem Bett. Vielerorts läuft bereits das große Aufräumen. Schrittweise normalisiert sich das Leben, wobei noch Tausende Haushalte ohne Strom sind.

 

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