Wirtschaft : 10 000 Euro für die hellsten Köpfe Sieben Nominierte

für Innovationspreis.

Manuel Vering

Berlin - Gasabsorptionswärmepumpen tragen zwar nicht dazu bei, dass die deutsche Sprache als besonders sexy wahrgenommen wird. Als Teil einer Innovation aus Berlin sind sie aber fester Bestandteil des diesjährigen Wettbewerbs um den Innovationspreis der Hauptstadtregion.

Am Donnerstag stellten die für Wirtschafts- und Technologiepolitik zuständigen Verwaltungen der beiden Länder, die den Preis seit 1992 vergeben, die Nominierten vor. Aus 135 Bewerbern wurden sieben ausgewählt, von denen bis zu fünf eine Siegerprämie von je 10 000 Euro erhalten. Die eingereichten Innovationen stammen aus den fünf Bereichen Optik, Gesundheit, Energie, Verkehr sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Inhaltliche Überschneidungen sind gewollt und wurden von der Jury entsprechend bewertet. Unter den Nominierten finden sich sowohl eine Einzelperson als auch Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern.

Mit der Gasabsorptionswärmepumpe beschäftigt sich die Howoge Wohnungsbaugesellschaft. Sie installiert die Anlage auf Hausdächern und beheizt damit bereits 120 Wohneinheiten in Berlin-Lichtenberg. Die Pumpe wird über die Umgebungswärme gespeist und soll eine Energieersparnis von 20 Prozent bringen.

Das Unternehmen Danpower ist unter den Nominierten der einzige Bewerber aus Brandenburg. Das Unternehmen stellte ein Projekt vor, bei dem Biogas, das Danpower selbst herstellt, ein Heizkraftwerk antreibt, dessen Abgaswärme wiederum bei der Produktion von Flügeln für Windkraftanlagen genutzt wird.

Der Erfinder Darius Matthew Hajiani präsentierte Hangload – eine Innovation, die das praktische Transportieren von Tüten und Taschen mit dem Fahrrad möglich macht. Das System ist schnell am Gepäckträger befestigt und verhindert den Kontakt von Reifen und transportiertem Objekt. Der Preis soll zwischen 15 und 20 Euro liegen.

„I2+2“ nennt sich der neu entwickelte Motor des Automobil-Entwicklungsdienstleisters IAV, der eine Spritersparnis von 13 bis 14 Prozent bringen soll. Der Antrieb verbindet zwei Teilmotoren über eine Spezialkupplung und soll, dank weniger Reibung, effizienter als eine herkömmliche Zylinderabschaltung sein.

Die Firma Trinckle 3D will eine Website einrichten, auf der man Objekte, zum Beispiel einen Lampenschirm, selber gestalten und dann bestellen kann. Auf diese Weise sollen die Vorzüge eines 3-D-Druckers für jedermann erlebbar werden.

Das Unternehmen Knauer hat ein neues Verfahren zur Erzeugung biopharmazeutischer Wirkstoffe entwickelt. Der aufwändige Reinigungsprozess, der beispielsweise bei der Produktion medizinischer Salben nötig ist, kann mit der innovativen Trenntechnik ihres „Contichrom Systems“ effizienter und umweltfreundlicher umgesetzt werden.

Für dermatologische Untersuchungen hat das Unternehmen World of Medicine ein Zwei-Photonen-Mikroskop entwickelt, das ein Bild in zellulärer Auflösung liefert, ohne dass eine Gewebeprobe entnommen werden muss. Für die Diagnostik von Hautkrankheiten spart „Vertiscan“ Zeit und Aufwand.

Ziel des Innovationspreises Berlin- Brandenburg ist es, innovative Produkte, neue Märkte und neue Verfahren in der Hauptstadtregion zu fördern. Wer dieses Jahr den Preis verliehen bekommt, wird am 6. Dezember bekannt gegeben – bei einer Preisgala im Hans-Otto-Theater in Potsdam. Manuel Vering

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