Wirtschaft : 4,1 Prozent mehr Geld in der Chemie

Tarifpartner einigen sich auf 15 Monate Laufzeit

Bad Honnef - Die rund 550 000 Beschäftigten der Chemiebranche erhalten 4,1 Prozent mehr Lohn. Darauf einigten sich die Gewerkschaft IG BCE und der Chemiearbeitgeberverband BAVC am Donnerstag in Bad Honnef, wie beide Seiten mitteilten. Die Gesamtlaufzeit liege bei 15 Monaten. Der Beginn der Tariferhöhung soll flexibel je nach wirtschaftlicher Lage des Unternehmens gestaltet werden. Die IG BCE war mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Lohn und einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gezogen. „Wir sind stolz auf diese Zahl, die wir setzen konnten“, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Peter Hausmann.

Das Ergebnis sieht vor, dass nach einem „Leermonat“ die Entgelte der Chemiebeschäftigten um 4,1 Prozent für 14 Monate angehoben werden. In Betrieben, bei denen es sehr gut läuft, sollen die Löhne unmittelbar erhöht werden. In Unternehmen, die sich von den Folgen der Krise noch nicht erholt haben, kann die Anhebung um zwei weitere Monate mit Zustimmung der Betriebsräte verschoben werden.

Auch die Arbeitgeberseite zeigte sich zufrieden. Es sei dafür Sorge getragen worden, dass der Abschluss die Breite der Betriebe abdecke, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen. Die Einigung verdeutliche die Tarifpartnerschaft in der Chemiebranche, sagte BAVC-Präsident Eggert Voscherau. „Der Abschluss liegt für uns an der Obergrenze“, fügte er hinzu.

Die Chemiebranche ist mit rund 1900 Betrieben Deutschlands viertgrößter Industriezweig. Beim zurückliegenden Abschluss hatten sich beide Seiten wegen der Wirtschaftskrise im April 2010 auf eine Einmalzahlung geeinigt. Nun laufen die Geschäfte vieler Unternehmen wieder rund. So steigerte die Branche die Chemieproduktion 2010 um mehr als elf Prozent. Das war der größte Produktionszuwachs seit 1976. rtr

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