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Anleihe von Etihad und Air Berlin : Eine halbe Milliarde Dollar eigesammelt

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hat gemeinsam mit Air Berlin und anderen Partnern eine halbe Milliarde Dollar am Kapitalmarkt eingesammelt.

Stewardessen von Air Berlin und Etihad Airways bei einer Präsentation 2014 in Schönefeld.
Stewardessen von Air Berlin und Etihad Airways bei einer Präsentation 2014 in Schönefeld.Foto: Bernd Settnik/dpa

Die Mittel aus der Emission einer Anleihe mit fünf Jahren Laufzeit sollen in neue Flugzeuge und andere Investitionen sowie in die Refinanzierung der Schulden gesteckt werden, teilte das staatliche Unternehmen aus Abu Dhabi am Mittwoch mit. Der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf "Insider" beruft, hat der Bond eine Rendite von 6,75 Prozent. Neben der angeschlagenen Air Berlin ist Etihad unter anderem auch an Alitalia, Air Serbia und Air Seychelles beteiligt. Im September gab es eine ähnliche Anleihe im Volumen von 700 Millionen Dollar.

Etihad hält seit fünf Jahren knapp 30 Prozent der Anteile an Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft. Air Berlin hatte Ende April für das Geschäftsjahr einen Nettoverlust in Höhe von 447 Millionen Euro vermelden müssen. Das entspricht zufälligerweise fast exakt der Summe, die Etihad nun eingesammelt hat – freilich nicht für Air Berlin allein. Wie Etihad das frische Geld unter den Gesellschaften aufteilt, ließ das Unternehmen offen. Bei Air Berlin selbst lehnte man eine Stellungnahme ab und verwies auf den großen Partner in Abu Dhabi.

„Betriebswirtschaftlich scheint es klug, dass Etihad die Anleihe begeben hat. Denn Air Berlin selbst dürfte nur noch eingeschränkt kapitalmarktfähig sein und müsste selbst eine deutlich höhere Verzinsung anbieten“, sagte Michael Kunert von Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Zugleich gab er zu bedenken, dass es für die Scheich ja theoretisch billiger wäre, die Summe aus Barmitteln aufzubringen. Womöglich können oder will man das bei Etihad nicht.

Air Berlin hatte bereits mehrfach über Anleihen am Kapitalmarkt Geld besorgt, die teilweise noch höher verzinst waren. Das Unternehmen lockte anleger für Anleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren mit deutlich über zehn Prozent. Hohe Zinsen sind Ausdruck des Ausfallrisikos. Bisher hat die Airline aber stets alle Ansprüche bedient. Mit der Aktie von Air Berlin hatten Anleger weit weniger Freude. Seit fast genau zehn Jahren wird das Papier gehandelt. Die Bilanz ist ernüchternd.

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