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Apple-Zensur : Mit dem Apfel kam die Scham

09.11.2012 18:37 Uhrvon
Äpfel gegen Anstoß. Mit einem Seitenhieb auf das Konzernlogo reagierte ein dänischer Buchautor auf die Apple-Zensur. Foto: Peter ÖvigBild vergrößern
Äpfel gegen Anstoß. Mit einem Seitenhieb auf das Konzernlogo reagierte ein dänischer Buchautor auf die Apple-Zensur. - Foto: Peter Övig

Apple zeigt sich prüde, und die Dänen sind sauer auf die Geschmackspolizei aus den USA - ein Thema für die EU-Kommission.

Apple-Gründer Steve Jobs bezeichnete sich als Kind der Hippiebewegung. Die bei der Multimedia-Plattform des US-Technologiekonzerns beschäftigten Zensoren haben mit dem Freiheitsverständnis der 68er-Bewegung aber nichts am Hut. Das musste der dänische Autor Peter Övig erfahren. Im Apple-Buchladen iBookstore durften seine beiden Titel „Hippie 1“ (Foto) und „Hippie 2“ erst wieder verkauft werden, nachdem er auf den Fotos aus der wilden Zeit sämtliche Geschlechtsmerkmale der nackten Hippies grafisch verdeckt hatte.

Dem Autor erschien es aber doppelmoralisch, die Nacktfotos in seinen Büchern über die aufmüpfige Hippiegeneration einfach mit schwarzen Balken zu entschärfen.

Stattdessen verdeckte er die von Apple als abstoßend empfundenen Körperregionen mit prallen, roten Äpfeln. Nachdem die beiden Titel kurzzeitig wieder in Apples Sortiment erschienen, wurden sie erneut gelöscht. Vermutlich, nachdem Apple-Zensoren die nicht sehr dezente Anspielung auf den eigenen Konzern aufgefallen war. „Ich bin gespannt von Apple zu hören, warum die Bücher nun wieder aus dem Sortiment gelöscht wurden. Brüste, Pimmel und Popos sind ja nun alle ordentlich verdeckt“, sagt Övig.

Nun hat sich Kulturminister Uffe Elbaek eingeschaltet. Er kündigte an, beim kommenden EU-Kulturministertreffen eine EU-weite Initiative anzustoßen. „Was geschieht, wenn einige Akteure (wie Apple, d. Red.) so groß werden, dass sie ein ganzes Feld so dominieren können?“, fragt er. In der Tat: In Schweden musste ein Comiczeichner nackte Stellen in seiner Serie digital verhüllen. Eine US- Schriftstellerin nannte ihr Buch „Vagina“, im Bookstore heißt es „V****a“.

In der dänischen Debatte wird, freilich etwas zugespitzt, schon über die digitale Bücherverbrennung durch den coolen IT-Konzern geunkt.

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