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Arbeitskampf : Streiks auf Berliner Flughäfen schon am Mittwoch möglich

Die Gewerkschaft Verdi hat Arbeitsniederlegungen von Bodendienstleistern an den Berliner Flughäfen angekündigt. Damit könnte es nach Frankfurt am Main auch in Tegel und Schönefeld zu Streiks kommen.

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So sah es am Flughafen Tegel bei einem Warnstreik im Mai 2010 aus.
So sah es am Flughafen Tegel bei einem Warnstreik im Mai 2010 aus.Foto: dpa

In Frankfurt am Main ist es bereits soweit - demnächst wird wohl auch auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag Arbeitsniederlegungen von Bodendienstleitern an, ohne einen Termin nennen zu wollen. Der Ausstand werde kurzfristig angekündigt, um es dem Arbeitgeber zu erschweren, Ersatzpersonal zu beschaffen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jens Gröger am Dienstag. Vor zwei Jahren waren Streiks weitgehend ins Leere gelaufen, weil es mehr Vorlauf gegeben hatte.

Was Verdi unter kurzfristig versteht, wollte Gröger nicht sagen. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Mitarbeiter von Globe Ground schon am Mittwoch die Arbeit in Schönefeld und Tegel niederlegen. Sie sind für rund 80 Prozent der Bodendienste zuständig. Zunächst sollen sich die Aktionen auf wenige Stunden beschränken, kündigte Gröger an. Mit einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber ist ein Warnstreik nach seinen Angaben aber "jederzeit zu stoppen".

In der vergangenen Woche hatte Verdi ein Ultimatum gestellt: Bis zum 24. Februar sollte Globe Ground eine Angebot für die rund 1500 Beschäftigten abgeben. Am Sonnabend erhielt Verdi dann von Globe Ground ein neues Angebot, das nach Grögers Angaben "unannehmbar" ist. Verdi fordert vier Prozent mehr Geld für das Abfertigungspersonal. Der Arbeitgeber habe inzwischen auch den Manteltarif gekündigt und wolle hier umfangreiche Änderungen zu Lasten der Arbeitnehmer durchsetzen. Globe Ground begründe die geforderten Einschränkungen mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens, habe dies aber bisher nicht durch konkrete Angaben nachgewiesen, sagte Gröger weiter. GlobeGround teilte mit, das Unternehmen wolle vor allem die unteren Einkommen steigern. Dafür müsse es woanders Kompensationen geben.

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„Belastungen durch den Probebetrieb am zukünftigen Großflughafen BER, die starke körperliche Beanspruchung der Globe-Ground-Beschäftigten und ihre ausgesprochen gute Arbeit müsszen durch eine Erhöhung der Entgelte honoriert werden“, hatte Verdi-Verhandlungsführer Jens Gröger während der Verhandlungen gefordert.

Auch am Flughafen Frankfurt gibt es im Moment eine Tarifauseinandersetzung und Streiks, dort ruft allerdings die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) zum Arbeitskampf auf. Anders als in Berlin unterstützt Verdi den Ausstand gegen den Flughafenbetreiber Fraport nicht. Fraport hatte bislang stets mit Verdi Tarifabschlüsse gemacht. Beide Seiten haben erklärtermaßen kein Interesse daran, dass Kleinstgewerkschaften wie die GdF die Interessen ihrer wenigen Mitglieder durchdrücken.

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