Wirtschaft : Bayer klagt über zu hohen Strompreis Chemiekonzern droht mit Verlagerung ins Ausland

Frankfurt am Main - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer droht wegen steigender Stromkosten nach der Energiewende mit einer Verlagerung seiner Produktion ins Ausland. „Es ist wichtig, dass wir im Vergleich mit anderen Ländern wettbewerbsfähig bleiben. Ansonsten kann sich ein globales Unternehmen wie Bayer überlegen, seine Produktion in Länder mit niedrigeren Energiekosten zu verlagern“, sagte Unternehmenschef Marijn Dekkers der „Wirtschaftswoche“. Deutschland werde als Produktionsstandort für die energieintensive Chemieindustrie unattraktiver, fügte er hinzu.

Schon heute seien die Energiepreise in Deutschland die höchsten in der EU, sagte der Niederländer. Daher investiere Bayers Kunststoff- und Chemiesparte bereits schwerpunktmäßig in China, wo das Leverkusener Unternehmen derzeit zudem die höchsten Wachstumsraten einfährt. „Deutschland verliert relativ an Bedeutung“, sagte der Bayer-Chef.

Unterstützung bekommt Dekkers von Robert Hoffmann, dem Chef der Telekomfirma 1&1. „Es gibt zu viele Abgaben, die zu Unrecht den Strompreis erhöhen“, sagte Hoffmann dem Magazin. 1&1beziehe beispielsweise seinen Strom ausschließlich von norwegischen Wasserkraftwerken, müsse aber trotzdem in Deutschland die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zahlen.

Auch bei den Energieversorgern löst die Energiewende größere Umwälzungen aus. Bei RWE könnte der Aufsichtsrat schon kommende Woche über die Abberufung des prominenten Atom-Befürworters Jürgen Großmann vom Chefposten entscheiden. Bei Eon sorgen Berichte über die Streichung mehrerer tausend Stellen für Unruhe.rtr/kph

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