BERLIN, aber oho : Lebepur

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Chef: Thomas Straßburg (links, 35), Stefan Arndt (35)
Chef: Thomas Straßburg (links, 35), Stefan Arndt (35)

Thomas Straßburg und Stefan Arndt sind zwei Gemüsehändler der anderen Art: Sie verkaufen Brokkoli, Spinat und Rote Bete als Pulver. Mit Milch angerührt werden daraus Smoothies. „Viele verwenden es aber auch zum Kochen für Soßen oder Suppen“, sagt Straßburg. Die Idee für das Pulver entstand vor vier Jahren, als Straßburg eine Woche im Krankenhaus auf der Krebsstation lag. Er hatte eine Entzündung im Fuß, die Ärzte vermuteten, es könnte ein Tumor sein. „Sie irrten zum Glück“, sagt er. Trotzdem beschloss Straßburg nach dieser Erfahrung, gesünder zu leben – scheiterte allerdings schon allein an dem Vorsatz, jeden Tag Obst und Gemüse zu essen. „Mir war schnell klar, dass das vielen Menschen so gehen muss.“ Zusammen mit seinem früheren Studienkollegen Stefan Arndt fing er an zu experimentieren. Anfangs wollten sie Gemüsesmoothies zum Trinken auf den Markt bringen. „Aber die Mindestmenge bei den Abfüllern lag bei 10 000 Flaschen, und die Smoothies waren nur drei Wochen haltbar.“ Das brachte sie auf die Idee, das Gemüse zu pulverisieren. Es wird schonend gefriergetrocknet, wieder erhitzt und schließlich gemahlen. „Anders als bei Fruchtsäften, die bei hoher Temperatur pasteurisiert werden, bleiben dadurch alle Nährstoffe und Vitamine erhalten“, meint Straßburg. Bislang verkaufen sie ihr Pulver nur im eigenen Onlineshop, künftig soll es auch in Berliner Supermärkten angeboten werden. Bei 15 bis 20 Bestellungen am Tag machen Straßburg und Arndt derzeit gut 15 000 Euro Umsatz im Monat. Künftig wollen sie ihr Sortiment noch weiter ausbauen und einen Trinkjoghurt auf Pulverbasis anbieten. Neben Haferflocken und Nüssen stecken da dann zum Beispiel Äpfel und Himbeeren drin, natürlich in Pulverform. Carla Neuhaus

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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