BERLIN, aber oho : Nextplant

Das Berliner Unternehmen Nextplant will Orchideen in den Garten bringen.

von
Simone Brendel und Christina Lange
Simone Brendel und Christina LangeCarla Neuhaus

Chefs: Simone Brendel (37), Christina Lange (36), Felix Ziesche (23)
Branche: Gartenbau
Mitarbeiter: 3
Gründungsjahr: 2011
Firmensitz: Mitte

Orchideen kennen wir in der Regel nur als Zimmerpflanze. Das junge Berliner Unternehmen Nextplant will sie in den deutschen Garten bringen. „Fünf Jahre haben wir dafür geforscht“, sagt Christina Lange. Zusammen mit Simone Brendel hat sie an der Humboldt-Universität ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich winterfeste Gartenorchideen in Masse vermehren lassen. Bislang war das Züchten sehr mühsam, die Pflanzen deshalb rar und teuer. Gemeinsam mit Felix Ziesche, der sich um das Finanzielle kümmert, haben die beiden Forscherinnen sich vor gut einem Jahr selbstständig gemacht. Mittlerweile vertreiben sie ihre Pflanzenssprösslinge an Gartenbaubetriebe in ganz Deutschland. In ihrem Labor in Mitte stapeln sich hunderte runde Plastikschälchen, in denen kleine, hellgrüne Halme sprießen. In diesem Zustand ist noch schwer vorstellbar, dass daraus einmal Pflanzen werden sollen. Der milchige Nährboden, auf dem sie wachsen, hat etwas von Geliermasse. „Was genau da drinsteckt, ist unser Firmengeheimnis“, sagt Lange. Pünktchen-Frauenschuh oder Valentins-Knabenkraut haben sie die Orchideenarten getauft, die aus ihrem Labor kommen. Selbst harte deutsche Winter sollen sie im Freien überleben.

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags im Tagesspiegel vor.

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