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Berlin bereitet sich auf Bahnstreik vor : GDL-Chef Claus Weselsky: "Streik wird rechtzeitig angekündigt"

Die Lokführergewerkschaft GDL will die Arbeit wieder niederlegen. Ab Freitag könnte es losgehen. In Berlin bereitet sich die S-Bahn schon auf eine mögliche Notversorgung vor.

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Mitarbeiter der Deutschen Bahn in Frankfurt.
Mitarbeiter der Deutschen Bahn in Frankfurt.Foto: Ralph Orlowski/rtr

Die Lokführergewerkschaft GDL hat erneute Streiks bei der Deutschen Bahn angekündigt. Zu Zeitpunkt und Dauer machte GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwoch in Frankfurt zunächst keine Angaben. Er teilte lediglich mit, dass am Mittwoch und Donnerstag noch nicht gestreikt werde. Es könnte also am Freitag losgehen. Die GDL werde den Streik "rechtzeitig ankündigen". Die GDL hatte im Herbst bereits sechsmal bundesweit zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und damit den Bahnverkehr stark eingeschränkt.
Die GDL warf der Bahn vor der Streik-Entscheidung vor, in der laufenden Tarifrunde auf Zeit zu spielen. Der Konzern habe in der jüngsten Runde am 11. Februar zuvor gemachte Zusagen zurückgenommen. Die Lokführergewerkschaft dringt auf eigenständige Tarifverträge auch für jene GDL-Mitglieder, die nicht Lokführer sind. Dazu gehören vor allem Zugbegleiter und Lokrangierführer. Die Bahn lehnt dagegen unterschiedlichen Tarifregelungen für ein und dieselbe Berufsgruppe ab. Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will voneinander abweichende Tarifverträge innerhalb einer Berufsgruppe vermeiden.

In Berlin und Brandenburg wäre von einem neuen Streik auch die S-Bahn betroffen. Deren Führung bereitet sich bereits auf eine mögliche Notversorgung vor, wenngleich es noch zu früh sei, um über Details zu sprechen, wie S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz sagte. "Wir werden das an Maßnahmen ergreifen, was wir können."

Nicht betroffen vom Streik ist voraussichtlich der Ersatzverkehr für den Nord-Süd-S-Bahntunnel, der zwischen Yorckstraße und Gesundbrunnen bis Anfang Mai wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Der Busersatzverkehr wird zwar zum Teil auch von Busunternehmen der Bahn geleistet, deren Fahrer würden aber bei einem Streik der Lokführer nicht mitstreiken.

Bei vergangenen Streiks versuchten S-Bahn-Leitung und BVG, viele ausgefallene S-Bahn-Verbindungen durch Busse und zusätzlich eingesetzte U-Bahnen zu kompensieren. Ähnliches dürfte auch bei einem erneuten Streik zu erwarten sein. (mit dpa)

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