Berlin : Sparkasse statt Landesbank

Aus der Berliner LBB wird eine reine Großsparkasse. Durch den Umbau kommen erhebliche Kosten auf den Konzern zu.

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Wie lange noch? Das Logo der Landesbank Berlin, im Bild auf der Zentrale der Bank am Alexanderplatz, wird demnächst verschwinden.
Wie lange noch? Das Logo der Landesbank Berlin, im Bild auf der Zentrale der Bank am Alexanderplatz, wird demnächst verschwinden.Foto: Mike Wolff

Touristen und Berliner schieben sich über den Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz. Die schwarz-rote Leuchtschrift oben an der Fassade von Hausnummer zwei beachten sie nicht. Dort strahlen die drei Buchstaben LBB in den Berliner Himmel. Noch. Der Name Landesbank Berlin ist bald Geschichte. Im kommenden Jahr soll das Institut zu einer reinen Großstadt-Sparkasse schrumpfen. Alle Geschäftsbereiche, die neben der Berliner Sparkasse noch zu dem Finanzinstitut gehören, sollen abgespalten werden. „Wir unterstützen das gemeinsam erarbeitete Zielbild einer ,Sparkasse in der Hauptstadt’“, hat LBB-Chef Johannes Evers vergangene Woche vor den Vorständen der deutschen Sparkassen und damit den Eigentümern der Landesbank gesagt. Nach dem Umbau könne die Berliner Sparkasse „ihre Marktpotenziale besser ausschöpfen als im gegenwärtigen Konzernzuschnitt“.

Konkret bedeutet das: Die Landesbank trennt sich vom Kapitalmarktgeschäft und der überregionalen Immobilienfinanzierung. So soll die Berlin Hyp, eine hundertprozentige Tochter der LBB, die sich vor allem um die Finanzierung von großen Immobilienprojekten kümmert, abgespalten werden. Johannes Werner, Chef der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), hält das für einen richtigen Schritt. Sein Institut ist über den Ostdeutschen Sparkassenverband an der LBB beteiligt. „Es ist nur die logische Konsequenz, die Berlin Hyp als eigenständiges Institut aufzustellen“, sagte er dem Tagesspiegel. Es sei richtig, „sich in Berlin auf die Sparkasse zu konzentrieren und alle Teile, die nichts mit der Sparkasse zu tun haben, abzutrennen“.

Zu diesen Teilen gehört auch das Kapitalmarktgeschäft. Noch legt die Landesbank über ihrer Tochter LBB Invest zum Beispiel Fonds für private und institutionelle Anleger auf. Dieser Bereich soll im kommenden Jahr auf die Dekabank übergehen, die ebenfalls den Sparkassen gehört. Dadurch sollen Doppelarbeiten zwischen den beiden Instituten verhindert werden. Das sei „wirtschaftlich wie strategisch logisch und richtig“, sagte dazu LBB-Chef Evers.

Seitdem im Sommer die letzten Kleinaktionäre aus dem Konzern herausgedrängt worden sind, ist die Landesbank zu hundert Prozent im Besitz der deutschen Sparkassen, und die wollen vor allem die Marke „Berliner Sparkasse“ stärken. Entsprechend wird der Name „Landesbank Berlin“ im Zuge der Umstrukturierung wegfallen. Institutschef Evers soll vergangene Woche vor den Sparkassenvorständen zugegeben haben, dass der „Mehrwert der Marke LBB“ zuletzt begrenzt gewesen sei. Deshalb sei „die Aufgabe dieser Marke konsequent und zukunftsorientiert“, sagte er.

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