Wirtschaft : Berliner Energie-Broker hilft Strompreise drücken

BERLIN (pys).Sie nennt sich selbst "Deutschlands erster unabhängiger Energie-Broker" und will den Unternehmen helfen, ihre Stromkosten zu senken: Die neugegründete Ampere AG, Berlin, bietet vor allem mittelständischen Betrieben ihre Dienstleistung an.Bis zu 30 Prozent ihrer Stromkosten sollen Firmen mit der Verhandlungshilfe von Ampere zukünftig einsparen können.

Von der neuen Liberalisierung des deutschen Energiemarktes würden in der Regel nur die größten Stromkunden profitieren.Mittelständische Unternehmen dagegen kämen nicht so schnell zu Sonderpreisen.Hier setze Ampere an, sagte Vorstand Claus Rottenbacher.Mit einer Bündelung der Stromnachfrage mehrerer Firmen zu einem anonymen Pool könne der Dienstleister in Verhandlung mit Energieversorgungsunternehmen aus Deutschland und Europa den Preisnachlaß bekommen, der nur durch große Nachgefragemengen zu erzielen sei.

Nach Angaben von Rottenbacher, der die Ampere AG zusammen mit seinem Bruder Arndt im April gegründet hat, sei ihr Angebot bisher sehr positiv aufgenommen worden.Zu einigen Berliner Unternehmen bestünden bereits Geschäftsbeziehungen."Natürlich wollen alle gern Kosten senken und ich gehe davon aus, daß wir wir sehr schnell wachsen werden.Die Bereitschaft, den Versorger zu wechseln, um zu sparen, ist sehr groß." Ampere - das Unternehmen hat derzeit vier Mitarbeiter - will bundesweit agieren und noch in diesem Jahr erste Verhandlungen mit Stromerzeugern aufnehmen - sobald ein Pool von Firmen groß genug ist, um den Stromerzeugern ausreichend Verhandlungsmacht entgegen zu stellen.

Das Konzept der Brüder Rottenbacher, beide bisher Unternehmensberater, habe sich in Ländern mit liberalisiertem Energiemarkt wie in den USA oder England bereits bewährt: Der Strom-Broker stellt bundesweit "intelligente Bündel" von Unternehmen zusammen.Jedes erhält dann als ein anonymer Großnachfrager Strom von einem Energieversorger."Intelligent" zusammenstellen heißt, erläutert Rottenbacher, daß sich die Nachfrage zeitlich ergänze, wenn zum Beispiel ein Teil der Firmen nachts Strom brauche, der andere tagsüber.Oder wenn etwa eine Diskothek, die nur am Wochenende Strom brauche, das Loch in einem Pool stopfe, das durch die Wochentagsnachfrager entstehe.

Je nach Größe und Nachfragestruktur der Unternehmen will Ampere solche Bündel zusammenstellen.Die Nachfrager selbst wissen nicht, mit wem sie zusammen in einem Pool sitzen.Auch gegenüber dem Stromversorger bleiben sie anonym.Nur der Broker kennt sie alle.Ampere hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis zu 30 Prozent der Stromkosten wollen sie für ihre Kunden in den nächsten Jahren einsparen."Unser großer Vorteil ist, daß wir völlig unabhängig sind; kein Stromversorger hat bei uns Einfluß.Wir suchen nach objektiven Preiskriterien aus, wer sich beteiligen kann", sagt Claus Rottenbacher.Wenn ein Unternehmen tatsächlich seine Stromkosten senken kann, gehen vom eingesparten Betrag 25 Prozent als Honorar an Ampere.Die Verhandlungen allein sollen kostenlos sein.

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