Wirtschaft : Berliner Reise-Pionier tot

RAINER W.DURING

BERLIN .Im Alter von 88 Jahren ist am Wochenende Hans Rudek verstorben.Der aus Oberschlesien stammende Wahl-Spandauer war einer der Väter der Berliner Nachkriegs-Reisebranche und Seniorchef des Omnibusunternehmens Haru, mit dem er die Anfangsbuchstaben seines Namens zum Markenzeichen machte.

Während seiner Militärzeit mit der Kfz-Technik vertraut geworden, war Hans Rudek nach dem Kriegsende in Berlin geblieben und hatte noch 1945 mit einem alten Magirus-Bus einen privaten Liniendienst vom Rathaus Spandau nach Staaken organisiert.1949 - zwischenzeitlich war der Fuhrpark bereits auf fünf Omnibusse gewachsen - startete der Unternehmer als Pionier des Interzonenverkehrs die Route nach Hannover.

In den 50er Jahren wurde das Geschäft mit der Gründung der ersten Haru-Reisebüros auf andere Verkehrsträger ausgedehnt.Rudek gehörte zu den Mitbegründern der Flug-Union Berlin und der Berlin Linien Bus GmbH.Er initiierte als erster Reiseveranstalter der Stadt Bahnreisen mit Sonderliegewagen nach Österreich sowie die Autobeförderung im Zug.Bis zu seinem 65.Lebensjahr saß der Firmengründer auch regelmäßig selbst hinter dem Steuer der Reisebusse.

Mit der Übernahme eines neuen Betriebshofes in Spandau zog sich der Senior aus dem aktiven Geschäft zurück, die Geschicke der Firma werden heute von seinem Sohn Hans-Joachim Rudek und Enkel Karsten Schulze geleitet.Ihnen stand Hans Rudek, der auch weiterhin starken Anteil an allen Belangen des Familienbetriebes nahm, immer mit Rat und Tat zur Seite.

100 Mitarbeiter sind heute bei der Haru Reisen OHG beschäftigt, die 1997 einen Umsatz von rund 15 Mill.DM machte und neben einer Flotte von 15 Reisebussen auch 13 Niederflur-Gelenkomnibusse besitzt, mit denen im Auftrag der Berliner Verkehrs-Betriebe BVG die Berliner Buslinien 115 und 132 betrieben werden.Die Berliner Bären Stadtrundfahrt GmbH ist ein 100prozentiges Tochterunternehmen.

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