Berliner Start-up-Szene : Charité-Spin-Off Dolosys gewinnt Gründerpreis

Das Berliner Start-up Dolosys hat den Gründerpreis der Berliner Sparkasse gewonnen. Das Spin-Off der Charité hat einen Schmerzmonitor erfunden.

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Stolz mit Scheck: FU-Präsident Peter-André Alt (l.) und Michael Jänichen, Leiter Firmenkundengeschäft der Berliner Sparkasse, freuen sich mit Jan Baars (r.).
Stolz mit Scheck: FU-Präsident Peter-André Alt (l.) und Michael Jänichen, Leiter Firmenkundengeschäft der Berliner Sparkasse,...Foto: FU/Amin Akhtar

Ein gelungener Vortrag, ein überzeugendes Produkt und eine klare Strategie für den Marktzugang – so hat Jan Baars den Gründerpreis der Berliner Sparkasse für sein Unternehmen Dolosys gewonnen. Das Unternehmen des Arztes ist eine Ausgründung aus der Charité und fest mit der Forschung wie auch mit dem klinischen Alltag verbunden. Deshalb war Dolosys ein idealer Kandidat für den Wettbewerb, den die Berliner Sparkasse nun bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Netzwerk Unternehmertum der Freien Universität Berlin (FU) vergeben hat. Jan Baars konnte sich über ein Preisgeld von 3000 Euro für sein junges Unternehmen freuen.

Der thematische Schwerpunkt des Wettbewerbs lag in diesem Jahr auf Start-ups, die einen besonders starken und erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer aus der Universität aufweisen, also ihre Forschungsergebnisse besonders gut in praktische Lösungen umsetzen konnten. Zudem durfte die Gründung beziehungsweise Firmierung als GmbH nicht länger als drei Jahre zurückliegen. Eine Jury traf eine Vorauswahl aus den Bewerbern und schickte dann drei Finalisten ins Rennen. Auf dem Sommerfest des Netzwerks Unternehmertum der FU konnte dann das Publikum entscheiden, wer den Gründerpreis bekommt.

Durch den Schmerzmonitor lassen sich Medikamente besser dosieren

Das Votum ging zugunsten des neuen Schmerzmonitors von Dolosys aus. In seiner Forschung hat Baars eine Technologie entwickelt, mit der man messen kann, ob ein Patient die für ihn richtige Dosis Schmerzmittel bekommen hat. Gemessen werden dabei die spezifischen Schmerzreflexe, was es auch bei nicht mitteilungsfähigen Patienten erlaubt, festzustellen, ob sie richtig versorgt sind. Denn, sagt Baars, sowohl die Über- als auch die Unterdosierung schaden dem Patienten. Mit der richtigen Dosierung wiederum werden die Kranken schneller gesund und die Kliniken sparen Geld. Das Dolosys-Gerät steht schon in einigen Intensivstationen zur Erprobung. Ein Vertriebspartner ist auch bereits gefunden.

Im Finale waren auch DendroPharm und die GrasseZur Ingenieurgesellschaft. DendroPharm entwickelt Nanocarrier, mit deren Hilfe Wirkstoffe direkt in Tumore, Knorpel und die Haut transportiert werden können. Als Erstes will das Team, das mit der Kleintierklinik der FU kooperiert, die Methode in der Tiermedizin anwenden. Erste Einsätze bei Katzen waren erfolgreich. GrasseZur wiederum hat eine innovative Methode zur Werkstoffprüfung von faserverstärkten Kunststoffen entwickelt.

Die Autorin war Mitglied der Jury.

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