Bezahlen im Internet : Was bei Paypal und Co zu beachten ist

Die Rechnung, bitte: Bezahldienste wie Paypal, Click & Buy oder Sofortüberweisung machen den Einkauf im Internet einfach und sicher. Dennoch sollten Nutzer einige Punkte beachten.

von
Schöne Schuhe kaufen viele Verbraucher inzwischen im Internet – vom heimischen Rechner oder unterwegs mit dem Smartphone.
Schöne Schuhe kaufen viele Verbraucher inzwischen im Internet – vom heimischen Rechner oder unterwegs mit dem Smartphone.Foto: imago stock&people

Diese Schuhe müssen es sein. Und in dieser Größe gibt es sie nur noch in diesem Onlineshop. Also, Schuh auswählen und auf Bezahlen klicken. Auf diesen Moment hat Dan Schulman nur gewartet. Genauer gesagt, auf Millionen dieser Momente, jeden Tag. Schulman ist Chef des Online-Bezahldienstes Paypal und die Geschäfte laufen so gut, dass der Mutterkonzern Ebay seine Bezahlsparte als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringt. An diesem Montag wird die Aktie erstmals gehandelt. Doch wie funktioniert das Geschäft? Warum ist es so lukrativ? Und worauf müssen Verbraucher achten, wenn sie Dienste wie Paypal nutzen?

Das Angebot

Wer im Internet einkauft, bezahlt am besten erst, wenn er die unbeschädigte Ware zu Hause in den Händen hält. Doch auf Rechnung kaufen ist zwar Nummer sicher für die Konsumenten, nicht aber für den Anbieter. Der will – zumindest bei einem Neukunden – erst das Geld, bevor er liefert. Bezahldienste wie Paypal, Sofortüberweisung, Giropay und andere machen sich dieses Dilemma zunutze. Entscheide dich für uns und wir wickeln die Zahlung reibungslos und ohne Risiko für dich ab, lautet das Versprechen an beide Seiten. In den großen Onlineshops gibt es deshalb neben Kreditkarten- und Lastschriftverfahren meist mehrere weitere Möglichkeiten. Nach aktuellen Zahlen des IT-Verbands Bitkom nutzen mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Online-Shopper Bezahldienstleister wie Paypal, Click & Buy oder andere. Das sei ein leichter Anstieg gegenüber 2014 (51 Prozent). Grundsätzlich lassen sich zwei Verfahren unterscheiden. Dienste wie Paypal, Click & Buy (Deutsche Telekom), Postpay (Deutsche Post) oder Amazon Pay buchen vom Konto des Kunden ab. Dieser muss sich einmalig beim jeweiligen Dienst registrieren, Konto- oder Kreditkartendaten hinterlegen. Die Registrierung fällt bei Überweisungsdiensten wie Sofortüberweisung (Sofort GmbH) oder Giropay (Postbank/Volksbanken/Sparkassen) flach: Kontonummer und Sicherheitscodes wie Pin und Tan gibt er direkt an, um die Online-Überweisung abschließen zu können.

Die Sicherheit

Verbraucherschützer haben grundsätzlich an der Datensicherheit der gängigen Bezahlsysteme wenig auszusetzen. Größere Fälle von Missbrauch seien bislang nicht bekannt, berichten Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen unisono. Anlass zur Sorglosigkeit ist das aber nicht. „Wie ich vor dem Überqueren einer Straße nach links und rechts schaue, muss ich auch vor dem Onlinekauf bestimmte Sicherheitsregeln befolgen, um Gefahren vorzubeugen“, rät Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dabei sollte der gründlichste Blick dem Onlineshop gelten. Ist er bereits bekannt? Wirkt er seriös? Sind Zahlung, Lieferung und Kundenrechte eindeutig geregelt, das Impressum und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorhanden? Bei der Bezahlung gilt: Auf Rechnung zu zahlen ist am sichersten und auch bei Lastschriften lässt sich das Geld innerhalb von sechs Wochen ohne Angaben von Gründen zurückbuchen. Geht beim Shoppen etwas schief, versprechen auch Paypal und Amazon Pay einen Käuferschutz. Allerdings, bemängeln Verbraucherschützer, müssten die Kunden die Regeln der Anbieter genau einhalten, um ihr Geld zurückzubekommen.

Weg ist das liebe Geld erst einmal, wenn der Käufer sich für Sofortüberweisung oder Giropay entschieden hat. Hier shoppt der Kunde nämlich auf Vorkasse: Er muss den gezahlten Betrag direkt beim Händler einfordern – notfalls endet der Ausflug in den Onlineshop also sogar vor Gericht.

Wer weder Kontodaten im Internet hinterlegen noch das Risiko eines Vorkasseverlusts eingehen will, kann es mit einem Mix aus stationärem und Onlinehandel versuchen. „Bei Unternehmen wie Barzahlen.de bekommt der Kunde die Sicherheit, keine zahlungsrelevanten Daten preisgeben zu müssen, dafür muss man aber letztlich länger auf die Ware warten“, erläutert Scherfling. Statt mit dem Klick auf den Kaufen-Button zu bezahlen, bekommt der Kunde einen Code zugeschickt. Diesen scannt er beim Laden an der Ecke ein und bezahlt an der Kasse. In diesem Moment schickt der Onlinehändler die Ware los. Rund 7500 Onlineshops haben den Angaben zufolge diese Bezahlmethode im Angebot. Zahlen können die Kunden unter anderem bei dm, Real oder den Filialen der Deutschen Telekom.

Die Kosten

Paypal und andere Dienste verdienen ihr Geld, indem sie Onlineshops für jede Transaktion einen kleinen Teil des Umsatzes berechnen. Beim Marktführer Paypal sind es derzeit mindestens 1,5 Prozent zuzüglich 35 Cent. Viele Händler nutzen die Gebühr als Argument, um den Kunden teilweise über Gebühr an ihren Kosten zu beteiligen. In einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW mit 120 Onlineshops lagen die Kosten für die Kunden im Schnitt zwischen fünf und sieben Euro. Gesetzlich sind Händler zwar dazu verpflichtet, mindestens eine Zahlungsmöglichkeit kostenfrei anzubieten. Dabei fiel ihnen aber besonders häufig die für Kunden risikoreiche Methode der Vorkasse ein. Oder sie reglementierten die kostenlose Zahlungsform: Germanwings beispielsweise erlaubte das kostenlose Lastschriftverfahren nur bis fünf Tage vor Abflug. Mehr als zehn Prozent der untersuchten Shops drohten die Verbraucherschützer gar mit einer Abmahnung. Sie berechneten Gebühren von bis zu 4,5 Prozent des Warenwertes. Das sei „nicht nur satt, sondern auch unstatthaft“.

Autor

2 Kommentare

Neuester Kommentar