Bill Gates in Berlin : Microsoft-Gründer besucht Researchgate

Die Nachricht, dass der Microsoft-Gründer in das Berliner Start-up investiert, sorgte Mitte des Jahres für großes Aufsehen. Nun hat Bill Gates dem Team von Researchgate in Berlin einen Besuch abgestattet.

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Bill Gates zu Besuch bei Researchgate in Berlin. Gründer Ijad Madisch führte den Microsoft-Gründer durch die Büros.
Bill Gates zu Besuch bei Researchgate in Berlin. Gründer Ijad Madisch führte den Microsoft-Gründer durch die Büros.Foto: Researchgate

Eineinhalb Stunden hat der Besuch gedauert. "Bill Gates war locker und hat viel gelacht", erzählt Ijad Madisch. Der Mediziner gründete Researchgate, ein soziales Netzwerk für Wissenschaftler, im Jahr 2008. Im Sommer diesen Jahres dann investierten Microsoft-Gründer Bill Gates und fünf weitere Investoren 35 Millionen Dollar (fast 27 Millionen Euro) in das Berliner Start-up - und machten es schlagartig berühmt. Am Mittwoch schaute Gates nun das erste Mal in den Büros von Researchgate in der Invalidenstraße vorbei. "Er hat einige Leute aus seinem Team mitgebracht, darunter Boris Nikolic, seinen wissenschaftlichen Berater, der auch uns beratend zur Seite steht", berichtet Madisch.

Gates ist mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 70 Milliarden Dollar einer der reichsten Männer der Welt. Doch bisher hat er sein privates Geld nicht in Start-ups investiert. Gemeinsam mit seiner Frau Melinda engagiert er sich gegen Armut und Krankheiten. Über die Möglichkeiten der Entwicklungspolitik sprach der Microsoft-Gründer am Donnerstag auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Abend sollen Bill und Melinda Gates mit dem Medienpreis "Bambi" geehrt werden.

Bei Researchgate ging es mehr um Gates Begeisterung für Forschung und Wissenschaft. "Er hat sich über das Wachstum des Netzwerks erkundigt, was stärker ist denn je", sagt Gründer Madisch. "Und er wollte viel über Kollaborationen wissen, die über Researchgate entstanden sind." Mehr als drei Millionen Wissenschaftler seien bereits Mitglied bei Researchgate - arbeiten zusammen, präsentieren ihre Ergebnisse und machen sich einen Namen, sagt Madisch. "Wir sehen immer mehr erfolgreiche Kollaborationen in vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, die durch das Netzwerk zu Stande kommen." Das spreche dafür, dass das Team auf dem richtigen Weg sei. Dennoch soll Gates noch "sehr, sehr viele und sehr, sehr gute" Ratschläge für das Team parat gehabt haben, erzählt Madisch. "Wir können unglaublich viel von ihm und seinem Team lernen."

Bill Gates soll von den Fortschritten, die das Netzwerk macht, begeistert gewesen sein. "Ich finde es spannend, wie die digitale Welt die Prozesse in der Wissenschaft verändert. Researchgate spielt dabei eine zentrale Rolle“, wird Gates von Researchgate zitiert. Das nächste Treffen? "Hoffentlich bald!", sagt Madisch.

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