Carsharing : Jetzt auch elektrisch

BMW und Sixt nehmen in Kürze 40 E-Autos in ihre Berliner Carsharing-Flotte auf. An der Spree läuft das Geschäft: Die Kundenzahl soll 2013 auf etwa 70 000 verdoppelt werden.

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Unter Strom. Drive Now vermietet 40 ActiveE - eine Variante des BMW 1er Coupés.
Unter Strom. Drive Now vermietet 40 ActiveE - eine Variante des BMW 1er Coupés.Foto: dpa

Drive Now, der Carsharing-Anbieter von BMW und Sixt, erweitert seine Berliner Flotte um Elektroautos. „Im zweiten Quartal starten wir mit 40 Active E-Modellen“, sagte Drive-Now- Geschäftsführer Andreas Schaaf dem Tagesspiegel. Der Active E ist eine rein elektrisch betriebene Variante des BMW 1er Coupés. Die E-Autos sollen zu den gleichen Tarifen wie herkömmliche Fahrzeuge angeboten werden.

Mit 34 000 registrierten Nutzern und 600 Fahrzeugen ist Berlin das wichtigste Geschäftsgebiet von Drive Now. Neben der Hauptstadt ist das 2011 gegründete Unternehmen in München, Düsseldorf und Köln sowie in San Francisco vertreten. Insgesamt zählt Drive Now in Deutschland 77 000 Kunden. 1500 BMW- und Mini-Modelle sind im Einsatz. 60 000 Neukunden kamen 2012 hinzu.

Berlin soll 2013 der Wachstumsmotor für das Geschäft bleiben, das sich an der Spree im laufenden Jahr erstmals auch rechnet. „Wir sind dabei, in Berlin Geld zu verdienen“, sagte Geschäftsführer Schaaf. Auch in München sei die Gewinnschwelle in Sicht. Die Zahl der Nutzer will Schaaf 2013 verdoppeln. Berlin habe ein Potenzial von mehr als 80 000 Kunden. „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, der Markt wächst.“

Davon profitiert auch der Wettbewerber Car-2-Go von Daimler, der die Kurzzeitmiete von Smart-Kleinwagen in sechs deutschen sowie zwölf weiteren europäischen und nordamerikanischen Städten anbietet. Car-2-Go hatte am Montag mitgeteilt, die Fahrzeugflotte solle bis Ende 2013 von derzeit 6100 auf 10 000 wachsen. In drei Städten sei das Geschäftsmodell bereits profitabel. In Berlin ging der Anbieter im April 2012 an den Start. In der Haupstadt sind 1200 Smarts unterwegs, 16 davon elektrisch – 300 E-Smarts sollen es im Jahresverlauf noch werden. Das Automietgeschäft will Daimler deutlich ausbauen. Binnen 24 Monaten soll mit Mobilitätsdienstleistungen wie Autokurzzeitmiete, Carsharing, Mitfahrgelegenheiten und Parkplatzreservierungen ein Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro gemacht werden.

Drive Now will dieses Jahr an weiteren Standorten expandieren. So soll die stationsunabhängige Einwegmiete nach Angaben von Andreas Schaaf auch in Hamburg oder Frankfurt am Main angeboten werden. Außerdem ist an eine Ausweitung des Geschäftsgebiets ins europäische Ausland gedacht. Speziell in Berlin soll die Fahrzeugflotte aufgestockt und die Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger erweitert werden. Drive Now kooperiert unter anderem mit den Berliner Verkehrsbetrieben. „Wir diskutieren mit der BVG derzeit darüber, ob Kunden künftig mit einem U-Bahn-Ticket zugleich Zugang zu unseren Fahrzeugen bekommen“, sagte Schaaf.

In Metropolen wie Berlin wird das Carsharing immer häufiger genutzt. Neben BMW und Daimler sind hier traditionelle Carsharer aktiv oder Peer-to-peer- Anbieter, bei denen Privatleute ihre Wagen untereinander verleihen können. Drive Now gibt an, dass etwa ein Viertel seiner Flotte hier zwischen 6 und 24 Uhr permanent unterwegs ist. 20 Prozent der Berliner Nutzer fahren demnach mindestens einmal pro Woche, knapp die Hälfte mindestens einmal im Monat. 70 Prozent der Nutzer haben kein eigenes Auto.

Tops und Flops bei Vans und Minis
2012 war ein Jahr der Erfolge für die deutsche Autoindustrie. Alle wichtigen deutschen Unternehmen der Branche konnten Rekordzahlen vermelden. Das hängt allerdings vor allem am Export. Denn der deutschen Markt stagnierte. Am Ende werden laut Verband der deutschen Autoindustrie wahrscheinlich rund 3,1 Millionen Neuwagen hierzulande verkauft worden sein.
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04.01.2013 17:032012 war ein Jahr der Erfolge für die deutsche Autoindustrie. Alle wichtigen deutschen Unternehmen der Branche konnten...
Boom bei Kleinwagen und SUVs
Das Zulassungsstellen waren im Jahr 2012 nicht unbedingt überfüllt von Neuwagenkunden. Mit 3,082 Millionen frisch angemeldeten Fahrzeugen ist der Markt um 2,9 Prozent zurückgegangen, wie das Kraftfahrtbundesamt berichtet. Das bedeutet einiges an Schatten, aber durchaus auch Licht für die Modelle der Autobauer. Im Vergleich zu den zweistelligen Einbrüchen auf den Märkten unserer europäischer Nachbarn ist das sogar ausgesprochen komfortabel.
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