Wirtschaft : CE Consumer: Der Chiphändler beruhigt die Aktionäre

CE Consumer schließt angesichts der Branchenflaute eine weitere Korrektur seiner Prognosen für das laufende Jahr nicht aus. Wenn die US-Wirtschaft nicht in Schwung komme, müsse man im weiteren Jahresverlauf eventuell darüber nachdenken, sagte Unternehmenschef Erich Lejeune am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. Bis Jahresende wolle CE aber in jedem Fall auf dem Weltmarkt um eine Position auf Rang zwei vorrücken. CE Consumer hatte im Frühjahr die Erwartungen für das laufende Jahr gedämpft. Der Konzern könne aber auch von der Flaute profitieren, sagte Lejeune. "Je später die Erholung einsetzt, umso leerer werden die Läger sein, umso verzweifelter die Nachfrage und umso höher unsere Margen."

Aktionärsvertreter lobten das Wachstum der vergangenen Jahre, kritisierten aber die Dividende von 0,10 Mark je Aktie als zu niedrig. Sie interessierten sich zudem für die Aktienverkäufe von Lejeune. Dieser räumte ein, seit dem Börsengang vor drei Jahren sei seine Beteiligung an CE vor allem durch Verkäufe von 30 auf 13 Prozent gesunken. Auch seine Frau Irene habe Aktien verkauft.

Mit zur Verbesserung der Marktposition beitragen solle die raschere Übernahme der restlichen 49 Prozent an der US-Tochter SND noch in diesem Jahr, sagte Lejeune. Der Kaufpreis werde dabei voraussichtlich unter den ursprünglich vereinbarten 70 Millionen Dollar liegen. "Dies wird die Kostenseite unseres Unternehmens stark entlasten." Lejeune bekräftigte, er habe keinerlei Pläne mehr, sich in den Aufsichtsrat zurückzuziehen, und seinen Vertrag bis 2004 verlängert.

Im Frühjahr hatte das Unternehmen seine Erwartungen für 2001 gesenkt. Statt der einst versprochenen Umsatzmilliarde rechnet das Unternehmen derzeit mit einem Anstieg der Erlöse von 558 auf etwa 700 Millionen Mark. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) schließt CE eine Halbierung auf 12,6 Millionen Mark nicht aus.

Zu den weiteren Aussichten sagte Vorstand Michael Negel, der Chipmarkt sei schon immer extrem zyklisch gewesen. "Jeder Abschwung hat geendet, meistens schneller, als man glaubt." Spätestens 2002 solle die Umsatzmilliarde erreicht werden, bekräftigte Lejeune. Für 2004 habe er dann die Weltmarktführerschaft im Visier. Ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) sagte, die Talfahrt des Aktienkurses in den vergangenen Monaten sei auch auf hausgemachte Probleme zurückzuführen. Die Umsatzprognose für 2001 sei erst spät zurückgenommen worden.

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