Chefinnenwechsel im KaDeWe : Ursula Vierkötter dankt ab

Im beiderseitigen Einvernehmen gibt KaDeWe-Chefin Ursula Vierkötter ihren Posten an Pressesprecherin Petra Fladenhofer ab - die Gründe der Trennung sind nicht bekannt, leicht hatte es die Chefin seit 2009 nicht.

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Ursula Vierkötter (r.) ist gegangen, Petra Fladenhofer kommt.
Ursula Vierkötter (r.) ist gegangen, Petra Fladenhofer kommt.Foto: SCHROEWIG/Eva Oertwig

Im vergangenen September wurde die umgestaltete dritte Etage des KaDeWe eröffnet, und Ursula Vierkötter, die Chefin, posierte im strengen schwarzen Abendkleid fürs offizielle Foto, groß, schlank, etwas angestrengt lächelnd. Direkt neben ihr stand Karstadt-Boss Andrew Jennings, absolut nicht lächelnd. Im Rückblick gewinnt das Bild Symbolcharakter, lässt sich interpretieren als Dokument eines Zerwürfnisses mit Folgen. Denn am Donnerstag bestätigte Karstadt, dass Ursula Vierkötter gegangen sei, von jetzt auf gleich, in beiderseitigem Einvernehmen, wie es offiziell hieß.

Doch offenbar war da kein Einvernehmen mehr herzustellen, denn hinter den Kulissen ist zu hören, dass Jennings mit ihrer Arbeit nicht zufrieden war. „Für den Übergang“ leitet nun Petra Fladenhofer das Haus, die langjährige KaDeWe-Pressesprecherin und Marketing-Chefin der Karstadt-Premium- Group, zu der auch Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München gehören.

Ob kaufmännische Probleme die Ursache der Trennung waren, ist unbekannt, nichts deutet darauf hin. Vierkötter, aus Köln kommend, hatte 2009 einen schweren Start, trat ihren Job ein paar Tage vor dem spektakulären Einbruch an, erlebte einige Monate später den Verkauf des Karstadt-Konzerns an Nicolas Berggruen mit – sicher keine Grundlage für ruhiges Arbeiten.

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Das Haus war zwar nach dem Komplettumbau weitgehend bestellt, doch es gab gerade deshalb noch zahlreiche Fragen zu beantworten. Und die neue Chefin blieb anders als ihr hyperaktiver Vorgänger Patrice Wagner in der Stadt weitgehend unsichtbar, ließ sich nur mit viel Mühe zu (seltenen) Interviews bewegen.

Zudem wurde sie anscheinend wegen ihrer Kölner Wochenend-Beziehung in Berlin und den Entscheiderkreisen der hiesigen Wirtschaft nicht so heimisch, wie es in diesem Job zweifellos erwartet wird. Dies zumindest wird ihre hier vielfach und bestens vernetzte Nachfolgerin ganz sicher besser machen können. bm/jmi

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