Wirtschaft : Commerzbank zieht am Pariser Platz ein

Neubau direkt am Brandenburger Tor / 32 Mill.DM investiert / Grundstück schon 1935 gekauft BERLIN (jojo).Die Adresse läßt gewiß nichts zu wünschen übrig: Am Pariser Platz 1 hat die Commerzbank am Dienstag ihr neues Verbindungsbüro zur Bundesregierung und den diplomatischen Vertretungen eröffnet.Knapp zwei Meter vom Brandenburger Tor entfernt hat das Kreditinsitut 32 Mill.DM in den von dem Architekten Josef Paul Kleihues geplanten Neubau investiert.Nach der Dresdner Bank ist die Commerzbank das zweite deutsche Kreditinstitut mit einem Neubau am Pariser Platz.Knapp zwei Dutzend Mitarbeiter werden auf 1600 Quadratmetern Nutzfläche arbeiten.Die Räume sollen darüber hinaus von Beschäftigten anderer Standorte und von Vorständen genutzt werden.Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen sprach darüber hinaus von "vielen Ideen" der Nutzung, wie Konzerten und Vorträgen. Das Namensschild ist bescheiden und klein: Die Commerzbank protzt mit ihrem neuen Vorzeigeobjekt nicht.Nur wer genau hinschaut, erkennt den Inhaber.Für das Frankfurter Institut hat das Grundstück freilich eine lange Tradition.Schon 1935 erwarb die Rheinische Hypothekenbank - eine Tochter der Commerzbank - das Gebäude.Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau dann völlig zerstört.Nach der Wende hat die Rheinhyp ihr ehemaliges Grundstück schließlich zurückgekauft - und unter einigen Schwierigkeiten bebaut.So verläuft direkt unter dem Haus die S-Bahnlinie vom Potsdamer Platz bis Unter den Linden. Für die Commerzbank ist Berlin auch über den Neubau hinaus interessant.Von der Hauptstadt aus steuern die Banker 100 Filialen in Berlin, Brandenburg und dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern.Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Berlin mit 73 Ablegern, davon 15 in Ost-Berlin, und 1900 Beschäftigten.Über 300 000 Kunden hat die Commerzbank in Berlin.Gegenwärtig bewirbt sich die Großbank zusammen mit dem Copenhagen Airport und dem Baukonzern Bechtel um die Privatisierung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding sowie Finanzierung, Bau und Betrieb des Großflughafens in Schönefeld.Daneben ist sie in zahlreichen Wohnbauprojekten in der Stadt engagiert. Zur Eröffnung sagte Kohlhaussen, er erwarte für 1998 ein durch die Asienkrise gebremstes Wirtschaftswachstum.Statt drei sei nur mit 2,75 Prozent in Deutschland zu rechnen.Er sei unsicher, "ob es ausreichen wird, den Abbau von Arbeitsplätzen zu stoppen und eine Wende einzuleiten".In der Krisenregion seien zuletzt deutliche Ansätze einer Stabilisierung erkennbar.Die Asienkrise sei derzeit weder eine globale Finanzmarktkrise noch leite sie eine Deflation oder gar Depression in den USA oder Westeuropa ein.

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