DAX-KONZERNE 2013 : Rückgang bei Umsatz und Gewinn

Die 30 Dax-Konzerne verzeichnen erstmals seit Jahren Verluste bei Umsatz und Gewinn. Grund für den Rückgang ist der starke Euro. Er macht vor allem exportorientierten Unternehmen zu schaffen.

BMW hatte 2013 mit dem starken Euro zu kämpfen. Das Bild zeigt BMW-Vorstandstandsvorsitzenden Norbert Reithofer.
BMW hatte 2013 mit dem starken Euro zu kämpfen. Das Bild zeigt BMW-Vorstandstandsvorsitzenden Norbert Reithofer.Foto: dpa

Der starke Euro hat den 30 Dax-Konzernen 2013 erstmals seit Jahren einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn eingebracht. Wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervorgeht, schrumpfte der operative Gewinn der Dax-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 104 Milliarden Euro. Dabei rechneten die Wirtschaftsprüfer allerdings milliardenschwere Sondereffekte bei Daimler, der Telekom und Thyssen Krupp heraus. Ohne diese Bereinigungen ergäbe sich ein Gewinnanstieg auf 107 Milliarden Euro. Die Erlöse aller Dax-Konzerne lagen mit 1,2 Billionen Euro leicht unter Vorjahresniveau.

Grund für den ersten Rückgang seit 2009 waren demnach vor allem Währungseinflüsse. „Betroffen sind vor allem Unternehmen mit einer starken Präsenz in den außereuropäischen Wachstumsmärkten“, erklärte EY-Partner Thomas Harms. Demzufolge hatten besonders BMW, BASF und die Deutsche Post mit den negativen Währungseffekten zu kämpfen. Die Euro-Aufwertung macht derzeit neben den Top-Konzernen auch anderen exportorientierten Unternehmen zu schaffen. Mehrere Währungen hatten 2013 gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren - darunter der brasilianische Real, der japanische Yen oder auch der Dollar. Gerade Unternehmen, die auf solche Zukunftsmärkte setzen, bekommen daher Probleme. Generell gilt: Bei einem steigenden Eurokurs verteuern sich Produkte aus Deutschland auf dem Weltmarkt. Das kann sich auf den Absatz auswirken, weil die Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.

Insgesamt sind Deutschlands Riesenkonzerne aber in guter Verfassung. „Ohne die Euro-Aufwertung wäre der Gesamtumsatz der im Dax gelisteten Industrieunternehmen um mindestens 1 Prozent gestiegen - statt des ausgewiesenen Umsatzrückgangs von 0,1 Prozent“, heißt es in der Studie etwa. Den mit Abstand höchsten Umsatz erzielte demzufolge Volkswagen (197 Milliarden Euro), gefolgt von Eon (122 Mrd Euro) und Daimler
(118 Mrd Euro). Das beste operative Ergebnis fuhr mit rund 12 Milliarden Euro ebenfalls VW ein, gefolgt von der Allianz (10 Mrd Euro) und BMW (8 Mrd Euro). Dass die Konzerne trotz Währungseffekten optimistisch in die Zukunft blicken, zeigt sich etwa bei den Mitarbeitern und im Forschungsbereich: Die Zahl der Beschäftigen stieg zuletzt um 1,4 Prozent auf mehr als 3,7 Millionen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung legten um 6 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro zu. dpa

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