Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen : Berliner Senat eröffnet Wirtschaftsbüro in Istanbul

Berlin hat sein erstes Wirtschaftsbüro im Ausland eröffnet - und zwar in Istanbul. Doch Böhmermann und Erdogan sollten keine Thema sein bei dem Termin am Mittwoch.

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Sie wollen die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen vertiefen: Jan Nöther, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Deutsch-Türkische IHK (v.l.), Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Hans Reckers und Zafer Koç, Berlins neuer Repräsentant in Istanbul.
Sie wollen die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen vertiefen: Jan Nöther, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied...Foto: Promo/Deutsch-Türkische IHK

Namen wie Böhmermann oder Erdogan sollten bitte keine Rolle spielen bei diesem Termin am Mittwoch in Istanbul. Es sollte heiter und freundlich zugehen, dazu musste Politik außen vor bleiben. So ließ sich Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) denn auch von ihrem Staatssekretär Hans Reckers vertreten. Der kam damit zu der Ehre, das erste Berliner Wirtschaftsbüro im Ausland zu eröffnen.

Großes Thema: Die Start-up-Szene an der Spree

Zu der kleinen Feierstunde in den Räumen der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer im Geschäftsviertel Tarabya kamen rund 30 Personen, darunter waren immerhin 15 Vertreter türkischer Medien. „Das Interesse an Berlin ist gewaltig hier“, erklärte Jan Nöther, Chef der Kammer. Größtes Thema: Die Start-up-Szene an der Spree. Die in dem Kontext von Reckers erwähnte Tatsache, wonach keine andere europäische Metropole im vergangenen Jahr mehr Risikokapital angezogen hat als Berlin, fasziniert auch in der Stadt am Bosporus, wo vier mal so viele Menschen leben.

Zafer Koç leitet das neue Büro

Ab sofort haben türkische Unternehmer, die sich für den Standort Berlin interessieren, eine erste Anlaufstelle und einen persönlichen Ansprechpartner. Der heißt Zafer Koç – und ist zwar allein im Büro, bekommt aber Unterstützung von dem Team der Kammer, etwa bei Organisation von Delegationsreisen oder Veranstaltungen. Koç war bisher Energiesekretär der Deutsch-Türkischen Energiepartnerschaft und kennt sich angeblich gut aus mit den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen beider Länder.

500 000 Euro gibt es vom Senat

Das Berliner Wirtschaftsbüro soll in erster Linie potenzielle Investoren aus der Türkei gewinnen – umgekehrt aber auch Berliner Unternehmen bei der Erschließung des türkischen Marktes unterstützen. Dort leben 75 Millionen Menschen. Koç informiert über die jeweiligen Standort- und Investitionsbedingungen und bietet praktische Hilfe bei Firmenansiedlung und der Vermittlung von Geschäftspartnern. 500 000 Euro hatte der Senat für Auslandsvertretungen in den aktuellen Doppelhaushalt eingestellt. Ob es weitere Büros geben wird, würden die Erfahrungen mit Istanbul zeigen, hieß es in Berlin.

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