Wirtschaft : Die Versicherungsgruppe drängt in den elektronischen Vertrieb - Die Dividende soll erhöht werden

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Die zur Ergo Versicherungsgruppe gehörende Victoria hat 1999 die Beitragseinnahmen kräftig gesteigert. Sie sind nicht konsolidiert um 6,6 Prozent auf 10,6 Milliarden Mark gestiegen. Horst Döring, Vorstandsvorsitzender der Victoria Versicherung AG, bezeichnete 1999 als "das beste Geschäftsjahr der Gruppe". Dazu trug vor allem den Run auf Lebensversicherungen im vergangenen Jahr bei. Die "hervorragenden Jahresüberschüsse" mit einem Anstieg auf insgesamt 242 Millionen Mark (Vorjahr 232) sollen sich in höheren Dividenden niederschlagen, wovon im wesentlichen die Mutter Ergo profitiert.

Dabei sind die Ergebnisse auch von dem neuen Wertaufholungsgebot beeinflusst. Denn die Versicherer müssen seit vergangenem Jahr in der Steuer- und Handelsbilanz bei ihren Kapitalanlagen zuschreiben, wenn der Marktwert über den Buchwert gestiegen ist; die Differenz bis zu den Anschaffungskosten gilt als Ertrag. Bei der Victoria Leben machte dies ein Plus von 256 Millionen Mark aus, bei der Victoria Versicherung (Schaden/ Unfall) ein Plus von 81 Millionen Mark. Von diesen Sondererträgen gingen bei Victoria Leben rund 18 Millionen Mark in den Sonderposten mit Rücklagenanteil, bei der Victoria Versicherung rund 70 Millionen Mark.

Die beiden größten Umsatzträger der Gruppe konnten es sich dadurch erlauben, deutlich weniger als im Jahr zuvor an Kapitalanlagen zu veräußern, um damit außerordentliche Erträge zu erzielen. Die Bewertungsreserven bei der Victoria Leben stiegen auf 21,2 Prozent, bei der Victoria Versicherung auf 75 Prozent.

Die Beitragseinnahmen haben bei den einzelen Gesellschaften unterschiedlich zugenommen. So hat die Victoria Leben ihre Beiträge um 11,7 Prozent auf vier Milliarden Mark erhöht. Die Victoria Versicherung hielt ihre Beiträge bei 2,4 Milliarden stabil. Die Victoria Krankenversicherung legte dagegen um 3,3 Prozent auf 762 Millionen Mark zu. Die Victoria Rück erhöhte ihre Beiträge sogar um sechs Prozent auf 650 Millionen Mark. Bei der D.A.S Rechsschutz fielen die Beiträge dagegen um drei Prozent, bei der D.A.S Versicherung nahmen sie um sechs Prozent auf 448 Millionen Mark zu. Bei den Auslandsgesellschaften stiegen die Beiträge dagegen um 15,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Mark. Bei der Schaden- und Lebensversicherung ist in diesem Jahr ein Beitragsplus von mindestens zwei Prozent das Ziel, in der Krankenversicherung sollen die Prämien um mehr als fünf Prozent zulegen. Der elektronische Service und Vertrieb soll dabei ausgebaut werden. Beispielhaft nannte Michael Rosenberg, Vorstandsvorsitzender der Victoria Leben, das Angebot für Microsoft-Mitarbeiter. Sie könnten sich in ihrem Intranet Victoria-Policen berechnen lassen.

Wie bei den bereits vorhandenen Internet-Angeboten für Reisekrankenversicherungen sowie aufgeschobene Rentenversicherungen zahlt der Kunde aber den üblichen Preis, so als habe ihn ein Vertreter beraten. Dass günstigere Angebote für OnlineAbschlüsse geschaffen werden, wollte Rosenberg nicht ausschließen. Auf Anfrage sagte er: "Wir denken darüber nach, was es bedeuten würde, wenn wir einen Direktversicherer schaffen würden."

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