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Die Zukunft der Automobilindustrie : Was ist uns das Auto noch wert?

16.07.2012 18:25 Uhrvon
"Die Fahrt in den Urlaub bringt jede Menge Stress mit sich." Anstatt Gefahr zu laufen, mit dem Auto im Stau stehen zu bleiben, steigen viele Urlauber immer häufiger auf alternative und bequemere Verkehrsmittel um.Bild vergrößern
"Die Fahrt in den Urlaub bringt jede Menge Stress mit sich." Anstatt Gefahr zu laufen, mit dem Auto im Stau stehen zu bleiben, steigen viele Urlauber immer häufiger auf alternative... - Foto: dpa

Die einen stehen im Dauerstau, die anderen sehnen sich nach Freiheit und automobiler Individualität. Selbst die Industrie fragt sich, wohin das weltweite Wachstum der Automobilindustrie führen soll.

Dieses Wochenende ist noch einmal besonders heiß. In Nordrhein-Westfalen haben vor gut einer Woche die Schulferien begonnen. Zehntausende Urlauber aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland drängen zusammen mit Reisenden aus sieben anderen Bundesländern auf die Autobahnen. Auf der A2, der A3 und auf der ewig verstopften A5 zwischen Darmstadt und Basel: „wachsende Blechkolonnen“, wie der ADAC warnt. Die zweite Reisewelle rollt. „Die Fahrt in den Urlaub bringt jede Menge Stress mit sich.“ Im Fernsehen sieht man die Bilder von stehenden Autos, offenen Wagentüren, Menschen, die sich auf der Überholspur die Beine vertreten. „Ab jetzt wird’s richtig voll“, weiß der ADAC.

Dabei ist es hier eigentlich immer voll. Allein in NRW wurden im vergangenen Jahr Staus in einer Gesamtlänge von 139 000 Kilometern gezählt. Rechnet man alle deutschen Autobahnen zusammen, kommt man auf 450 000 Kilometer Stillstand. „Das sind zusammengerechnet 21 Jahre sinnlose Wartezeit allein im vergangenen Jahr“, bilanzierte der ADAC in einer Mischung aus Grusel und Triumphgefühl. Die Horrorzahl liefert dem Club einen Anlass mehr, den Ausbau des deutschen Autobahnnetzes zu fordern. Freie Fahrt für freie Bürger.

Mit hohen Benzinpreisen und verknappendem Öl könnte die Siegesfahrt des Autos ihr Ende nehmen.Bild vergrößern
Mit hohen Benzinpreisen und verknappendem Öl könnte die Siegesfahrt des Autos ihr Ende nehmen. - Statistisches Bundesamt

Der automobile Freiheitsbegriff ist in die Jahre gekommen. Schon 1974 versuchte der ADAC, die deutsche Bevölkerung damit mobil zu machen. Die Ölkrise hatte ihren Höhepunkt gerade überwunden, der erste autofreie Sonntag war noch gut in Erinnerung. Das Ende des Autos schien gekommen, das Ende des Öls war erstmals in Sicht. Die Autolobby trommelte – und die noch junge Umweltbewegung formierte sich. Beide standen gleichermaßen unter Ölpreisschock.

Doch die Siegesfahrt des Autos ging weiter. Die Globalisierung beschleunigte den Bau immer neuer Autofabriken in entlegensten Weltregionen. Für Nachfrage war gesorgt. Etwa 800 Millionen Fahrzeuge sind heute auf dem Globus unterwegs. Und es werden immer mehr: Bis 2035, schätzt die Internationale Energieagentur, wächst der weltweite Bestand auf etwa 1,6 Milliarden Fahrzeuge. Die Motorisierung der Entwicklungs- und Schwellenländer läuft auf hohen Touren. Hier funktioniert das alte Freiheitsversprechen noch: Autos sind für die neuen Mittel- und Oberschichten Synonyme für Status, Unabhängigkeit, Individualität.

Fast 55 Prozent der Bundesbürger bevorzugen es, mit dem eigenen Auto in den Urlaub zu fahren.Bild vergrößern
Fast 55 Prozent der Bundesbürger bevorzugen es, mit dem eigenen Auto in den Urlaub zu fahren. - ADAC Reise-Monitor

Aber auch die Deutschen wollen von ihrem liebsten Spielzeug nicht lassen. Mehr als 70 Prozent der unter 40-Jährigen gehen davon aus, auch in zehn Jahren ein eigenes Auto zu fahren, wie eine McKinsey-Umfrage ergab. Gefragt nach dem bevorzugten Verkehrsmittel für den Urlaub 2012 gaben fast 55 Prozent der Bundesbürger das eigene Auto an. Jeder hat das Recht, im Stau zu stehen.

Kritische Fragen, wohin die Autobegeisterung führen soll, werden inzwischen auch von jenen gestellt, die die neuen Märkte erobern: den Autobauern selbst. „Die Frage ist nicht, ob dieses Wachstum stattfindet; die Frage ist, wie wir es nachhaltig gestalten“, sagte zum Beispiel Daimler-Chef Dieter Zetsche im April auf der Hauptversammlung in Berlin. Auch bei BMW gibt man sich zerknirscht: „Wir selbst sind dafür verantwortlich, wie sich unsere Welt entwickelt. Wie bleibt sie lebenswert für immer mehr Menschen?“, fragte BMW-Chef Norbert Reithofer kürzlich. „Unser Auftrag ist es, individuelle Mobilität auch in Zukunft zu ermöglichen: bezahlbar, sicher und umweltschonend“, versuchte sich VW-Chef Martin Winterkorn mit einer Antwort. 8,3 Millionen Fahrzeuge hat der Wolfsburger Konzern 2011 verkauft – eine Million mehr als ein Jahr zuvor. Erschöpft haben sich die Wachstumskräfte aber noch lange nicht; bis 2018 will VW der größte Autohersteller der Welt werden. Wie selbstverständlich erklärte Winterkorn, VW sei „auf dem Weg zum ökologischsten Autobauer der Welt“.

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