Drogeriekette : 70.000 Euro bleiben für die Schleckers – pro Monat

Während das Vermögen von Frau und Kindern des Drogerie-Unternehmers Anton Schlecker erhalten bleibt, müssen die Mitarbeiter weiter bangen. Das Land Berlin steht Bürgschaften offen gegenüber.

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1. Juni 2012 - Nichts mehr los bei Schlecker. Mehr als 2000 Filialen sind bereits geschlossen. Die Investoren-Konzepte können die Gläubiger nicht überzeugen. Nun ist auch für den Großteil der übrigen 3000 Geschäfte bald Schluss.Weitere Bilder anzeigen
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01.06.2012 14:111. Juni 2012 - Nichts mehr los bei Schlecker. Mehr als 2000 Filialen sind bereits geschlossen. Die Investoren-Konzepte können die...

Der Familie Schlecker bleibt Medienberichten zufolge trotz der Insolvenz der Drogeriemarktkette ein stattliches Vermögen. Anton Schlecker haftet zwar mit seinem Privatvermögen für die Pleite. Allerdings verfügten seine Angehörigen über Vermögenswerte, die zum Großteil nicht zur Insolvenzmasse zählen, berichtet das „Manager Magazin“.

Beobachter schätzen, dass den Schleckers monatlich etwa 70 000 Euro bleiben. Demnach besitzt Ehefrau Christa etwa das Privatanwesen in Ehingen, die Kinder Lars und Meike seien Eigentümer der Logistikfirma LDG. „Werte, die bei Christa, Lars und Meike Schlecker liegen, fließen zunächst nicht in die Insolvenzmasse ein“, bestätigte ein Schlecker-Sprecher dem Tagesspiegel. Wenn in der Vergangenheit bei der Übertragung von Vermögen gegen Gesetze verstoßen worden sei, könne der Insolvenzverwalter dieses Geld aber zurückholen. „Es gibt jedoch kein signifikantes Vermögen mehr, das zur Rettung der Firma hätte beitragen können“, sagte der Sprecher. Die kursierenden Beträge seien „reine Spekulation“.

Unterdessen geht das Ringen um die Finanzierung einer Transfergesellschaft für die rund 11 000 von der Entlassung betroffenen Schlecker-Mitarbeiter weiter. Die Bundesländer konnten sich bei ihrem Treffen am Donnerstag in Berlin nicht auf die Aufteilung der Bürgschaften für einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 71 Millionen Euro einigen.

Wegen der unterschiedlichen Verwaltungswege in den Ländern habe es noch keine finale Entscheidung geben können, sagte Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Das Land überlege aber, die Bürgschaft zunächst alleine auf den Weg zu bringen. In einem zweiten Schritt würden sich dann weitere Länder anschließen. „Dazu brauchen wir einen Landtagsbeschluss“, stellte er aber klar.

Das Land Berlin stehe Bürgschaften offen gegenüber, sagte Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos). In der Hauptstadt sind rund 350 Schlecker-Beschäftigte von Kündigungen betroffen, 85 Filialen schließen. mit dpa

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