Durchwachsenes Jahr : Gewinn der Deutschen Bahn sinkt in fast allen Sparten

Die Deutsche Bahn hat ein schwieriges Jahr 2013 hinter sich. Das größte Sorgendkind ist der Schienen-Güterverkehr - er ist wieder ins Minus gerutscht.

Carsten Brönstrup
Problemfall. Die Güterzugsparte der Bahn schreibt Verluste, vor allem wegen der schwachen Konjunktur.
Problemfall. Die Güterzugsparte der Bahn schreibt Verluste, vor allem wegen der schwachen Konjunktur.Foto: dpa

Der Gewinn der Deutschen Bahn ist im vergangenen Jahr in fast allen Sparten deutlich gesunken. Die größten Probleme hat der Staatskonzern im Schienen-Güterverkehr, bei dem das operative Ergebnis nach Zinsen mit 32 Millionen Euro im Minus lag. Das geht aus Unterlagen für den Aufsichtsrat hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen. Im Vorjahr hatte es hier noch ein Plus von einer Million Euro gegeben. „Das ist unser großes Sorgenkind“, sagte ein Kontrolleur des Unternehmens. Aber auch bei der weltweit tätigen Logistik-Sparte Schenker gab es Probleme, hier sank der Gewinn um fast 22 Prozent auf 298 Millionen Euro.

Einen starken Rückgang musste die Sparte Netze Fahrweg hinnehmen, hier sank der Gewinn um mehr als 41 Prozent auf 266 Millionen Euro. In Sachen Ertrag war erneut der Regionalverkehr der wichtigste Bereich, er steuerte 732 Millionen Euro bei – aber auch das war ein Minus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis des Fernverkehrs mit ICEs und ICs, wo die Bahn nahezu Monopolist ist, verringerte sich prozentual in ähnlicher Größenordnung und lag bei 324 Millionen Euro. Nur mit den Bahnhöfen hat der Konzern im vergangenen Jahr etwas mehr Geld verdient (plus sieben Prozent auf 181 Millionen Euro).

Deutsche Bahn kann Schulden nicht abbauen

Angesichts der schwächeren Entwicklung konnte der Staatskonzern auch seine enormen Schulden nicht abbauen, sie blieben praktisch unverändert bei 16,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben der Bahn nur noch rund 650 Millionen Euro in der Kasse – im Vorjahr war es mit fast 1,5 Milliarden noch mehr als doppelt so viel.

Als Grund für den Einbruch gilt bei der Bahn die mäßige Konjunktur, aber auch Probleme durch die monatelang gesperrte ICE-Strecke zwischen Hannover und Berlin in Folge von Hochwasser. Daneben drückten Sonderfaktoren wie Abschreibungen den Gewinn. Aber auch die Personalkosten stiegen; nach den Engpässen im Stellwerk Mainz hatte die Bahn mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, zudem gab es deutliche Tarifsteigerungen.

Nur 200 Millionen Dividende

Wegen ihres durchwachsenen Geschäftsjahres wird die Deutsche Bahn dem Eigentümer Bund eine deutlich geringere Dividende zahlen. Statt 525 Millionen Euro wie noch im vergangenen Jahr sollen es nur noch 200 Millionen sein. Der Aufsichtsrat wird den Vorschlag zwar erst am 26. März zur Kenntnis nehmen, er ist aber bereits mit den wichtigsten Vertretern des Bundes abgestimmt.

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