Elektroautos im Carsharing : BMW setzt Drive-Now in Berlin unter Strom

BMW bietet jetzt im Carsharing 40 Elektroautos in Berlin an. Drive-Now soll Erkenntnisse liefern für den Verkaufsstart der elektrischen i-Klasse im Herbst.

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Weiße Flotte. Die 40 elektrischen BMW gingen am Mittwoch ans Netz.
Weiße Flotte. Die 40 elektrischen BMW gingen am Mittwoch ans Netz.Foto: dpa

BMW elektrifiziert seine Carsharing-Flotte in Berlin. Zusätzlich zu den 610 konventionellen BMW- und Mini- Fahrzeugen, die Drive Now in der Hauptstadt anbietet, stehen ab sofort 40 elektrische BMW Active E zur Verfügung. Am Mittwoch gingen die E-Autos, die wie alle Drive-Now-Fahrzeuge stationsunabhängig im Geschäftsgebiet gemietet werden können, ans Netz. Drive-Now ist ein Gemeinschaftsunternehmen von BMW und dem Autovermieter Sixt.

„Elektromobilität soll keine Verzichtserklärung sein, das zeigen unsere Fahrzeuge“, sagte Joachim Kolling, Leiter des Carsharing BMW-i. Der BMW ActiveE basiert auf dem 1er Coupé. Mit seiner neuen, elektrischen i-Klasse startet BMW ab Herbst. Dann soll auch das erste originäre E-Modell, der i3, auf den Markt kommen, der Active E ist lediglich ein Umbau. 2014 wird Drive-Now den i3 anbieten. „Mit dem Active E klären wir die letzten offenen Fragen, bevor der i3 auf den Markt kommt“, sagte Kolling. BMW sei „hundertprozentig davon überzeugt“, dass Elektromobilität mit der i-Klasse ihren Durchbruch erleben werde, fügte er hinzu.

Bislang bewegt man sich allerdings noch im Grenzbereich zur Grundlagenforschung. Auch deshalb wurde die Flottenerweiterung bei Drive-Now vom Bundesumweltministerium mit 1,8 Millionen Euro gefördert, wie Ministerialdirigent Norbert Salomon hervorhob. Die Integration von Elektroautos ins Carsharing soll Erkenntnisse über das Nutzerverhalten im Alltag liefern. Unter anderem geht es um die Frage, auf welchen Wegen die Fahrzeuge am besten aufgeladen werden. BMW erprobt dabei in drei Städten drei verschiedene Wege: in Berlin an Ladesäulen, in München an zentralen Ladestationen und in San Francisco in Parkhäusern.

Ohne die Akzeptanz der Nutzer werde Elektromobilität keinen Erfolg haben, sagte Norbert Salomon. Es sei am Ende auch zweitrangig, ob das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße zu bekommen, ein Jahr später erreicht werde. „Carsharing ist eine gute Möglichkeit, die Verbraucher mit Elektroautos vertraut zu machen“, sagte Salomon. Das Engagement von BMW sei ein „Bekenntnis zur Elektromobilität, das wir im Moment auch nötig haben“.

Drive-Now ist in Berlin nicht der einzige Carsharing-Anbieter, der E-Autos zur Verfügung stellt. Car-2-Go, die Gemeinschaftsfirma von Daimler und Europcar, hat 1200 konventionelle Fahrzeuge und 16 elektrische Smarts in Berlin im Einsatz. 300 E-Smarts sollen es einmal werden. Der französische Autohersteller Citroën hat sein Carsharing-Programm auf 350 elektrische C-Zero-Kleinwagen aufgestockt.



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