Elektronischer Marktplatz : Berliner Ebay-Konkurrenz Fairnopoly will mit Nachhaltigkeit punkten

Beim Crowdfunding hat das Berliner Start-up Fairnopoly die Investoren schon überzeugt. Nun müssen sich noch genügend Kunden finden. Nachhaltig einkaufen ist jedenfalls in Mode.

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Fairnopoly startet Alternative zu eBay
Fairnopoly startet Alternative zu eBay

Die großen Online-Händler bekommen Konkurrenz aus Berlin. Ab Montagnacht soll der neue Online-Marktplatz Fairnopoly voll funktionsfähig sein. Das Start-up versteht sich als faire Alternative zu Marktgrößen wie Amazon oder Ebay. Ursprünglich hatte Gründer und Geschäftsführer Felix Weth nach Unterstützungsmöglichkeiten für Organisationen zur Korruptionsbekämpfung gesucht. Stattdessen beschloss er, selbst ein Unternehmen zu gründen, das „korruptionsresistent“ sei und fairen Handel unterstütze.

Zur Finanzierung sammelten die Berliner gut 210 000 Euro über den Crowdinvestment-Anbieter Startnext. Damit sind sie eines der erfolgreichsten deutschen Crowdfunding-Projekte.

Diese Genossenschaft 2.0 soll „möglichst vielen Nutzern ermöglichen, sich zu beteiligen und Großinvestoren den Zugang verwehren“, sagt Weth. Garantiert werde das durch niedrige Mindesteinlagen von 50 Euro und eine Obergrenze von 10 000 Euro.

Was die angebotenen Produkte betrifft, unterscheidet sich Fairnopoly auf den ersten Blick nicht von herkömmlichen Online-Marktplätzen. Dennoch sollen nachhaltige Produkte gefördert werden. Dazu hat sich die Genossenschaft gleich mehrere Mechanismen einfallen lassen.

Zum einen ist die Verkaufsprovision für fair gehandelte Waren mit drei Prozent nur halb so hoch wie für herkömmliche Produkte. Zum anderen erhalten die Nutzer so genannte Fair Share Points, die ihnen Vorteile und Sonderleistungen auf der Seite bieten.

Nachhaltigkeit erlebe einen Boom im Versandhandel, sagt Christin Schmidt vom Branchenverband BVH. Sieben Prozent aller zwischen 2011 und 2012 neu gegründeten Online-Händler hätten explizit soziale oder ökologische Kriterien in den Vordergrund ihres Marketings gestellt. Auch die Idee der Korruptionsbekämpfung findet einen Platz bei Fairnopoly. Ein Prozent aller Transaktionen gehen an die Organisation Transparency International.

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